Der Harzklub-Zweigverein Tanne feiert nicht nur Weihnachten und Silvester, sondern auch den 25. Jahrestag der Wiedergründung. Im Dezember 1989 hoben engagierte Bürger den ersten Zweigverein diesseits vom Brocken aus der Taufe. Seit dem gestaltet er das Leben aktiv mit und zieht vor allem auch jüngere Leute an.

Tanne l Eigentlich reichen die Wurzeln des Tanner Harzklub-Zweigvereins sogar bis ins Jahr 1891 zurück.

Doch wie überall ringsum im DDR-Teil des Harzes, so gab es auch in Tanne eine Zwangspause im Vereinsleben, die erst nach der Wende beendet werden konnte. Tanner Bürger um den dieses Jahr leider verstorbenen Bernd Freystein holten sich damals gleich 1989 das Okay vom Hauptvorstand des Harzklubs in Clausthal-Zellerfeld. Dann gründeten sie am 18. Dezember 1989 mit 35 Mitgliedern im Tanner Kulturhaus den Zweigverein neu.

"Es war der erste wiedergegründete Harzklub auf dem Gebiet der DDR und es entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit mit dem Zweigverein Braunlage", wie Pressewart Christian Resow hervorhebt.

Seit 25 Jahren ist der Tanner Harzklub aus dem Leben des Ortes und der Region nicht mehr wegzudenken. Umgehend wurde begonnen, Wanderwege instand zu setzen, Brücken zu bauen, sogar 500 Meter Grenzzaun bauten Tanner Harzfreunde noch mit ab. Zum 100. Jahrestag der Erstgründung des Zweigvereins begrüßten sie im September 1991 sage und schreibe 2500 Wanderer zum gemeinsamen Fest.

Später wurden der Kapitelsberg hergerichtet, immer mehr Wegekilometer betreut, die Organisation des berühmten Tanner Kuhballs übernommen, ebenso die des Skifaschings, des Finkenwettstreits und vieles andere mehr. Nur eine 1990 gegründete Brauchtumsgruppe war als einzige nicht so erfolgreich und löste sich wieder auf.

Heute bilden 93 Mitglieder aus Tanne und Sorge gemeinsam einen der stärksten Zweigvereine in der Region. Vor allem ihr Altersdurchschnitt liegt mit 48 Jahren deutlich unter dem des Harzklubs insgesamt, der sich bei etwa 70 Jahre einpegelt.

"Wir haben ein paar Kinder mit im Verein", sagt Vorsitzender Hans-Joachim Wolf, "die drücken den Durchschnitt." Die Kinder wachsen quasi in der Familie, von der die Eltern oder Großeltern im Harzklub sind, mit dem Verein auf und in die Vereinsarbeit hinein.

Aber meistens sei es so, berichtet Wolf, dass Kinder mit 14 Jahren dann andere Interessen haben und nicht so sehr "Bock auf Harzklub". Aber: "Wenn sie dann etwas älter werden, so 20 bis 30 Jahre", sagt Wolf zur Erfahrung in Tanne, "dann treten sie oft wieder ein." So seien etliche Harzer im sogenannten Mittelalter bei der Auflösung des Jugendklubs in den Harzklub gewechselt.

Natürlich, und das deutet Wolf bescheiden nur an, müsse es auch ein attraktives Angebot und Betätigungsfeld für alle jungen und alten Mitglieder im Verein geben. Und das hat der Zweigverein Tanne. Dazu gehört auch die schon traditionelle Fackelwanderung zum Jahresende. Sie startet für Mitglieder und Gäste am morgigen Dienstag um 18 Uhr am Wandertreff am Hirtendenkmal im Oberdorf. Und sie klingt mit einem gemütlichen Beisammensein bei Glühwein und Gegrilltem am Wachter aus.

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