Altenbrak l Eigentlich haben Touristen am Rastplatz an der großen Bodebiegung Richtung Treseburg einen wunderschönen Blick ins wildromantische Tal, tummeln sich dort Fische und Reiher im und am Wasser. Seit dem 16. Februar jedoch machen Unbekannte den schönen Rastplatz zur Müllkippe. Was Mitglieder vom Fliegenfischer- und Gewässerschutzverein Bodetal dort alles vorfanden, wollten sie erst gar nicht glauben.

Zunächst sahen sie kleinere Teile wie Farbbüchsen und Sprayflaschen, auch eine Rolle Dachpappe, eine Gehhilfe. Dann kamen größere Entsorgungsobjekte hinzu: drei leere Werkzeugkoffer, vier Autositze und weiter reichlich Kleinmüll. Die Fischfreunde zogen alles nach und nach aus dem Wasser, säuberten die Bode und fuhren den Müll zur richtigen Kippe. Kaum waren sie damit fertig, lag schon wieder was im Flussbett. Trauriger Höhepunkt: Donnerstagvormittag landeten ein Kinderwagen, eine Art Matratze und Plastikteile im Wasser.

Der Müll in der ansonsten idyllischen Natur sei nicht nur unschön, so der Gewässerschutzverein, sondern könne die Fischentwicklung beeinträchtigen. Gerade sei die Forellenvermehrung im Gange, um für einen gesunden, reichhaltigen Fischbestand zu sorgen.

Fliegenfischerei in der Bode ist seit Längerem eine Attraktion bei Altenbrak und Treseburg. Sie bleibe es nur, so Tourismusexperten, wenn Forellen nicht über Autositze springen müssen. Fischexperten wie Steffen Budewell sehen jahrelange Bemühungen der Vereinigung Nordharzer Anglervereine um eine Reinhaltung des Bodelaufs in Gefahr. Zu illegalen Müllablagerungen sei es immer mal gekommen. Aber die offenbar gezielt angelegten Müllhaufen dieser Tage seien eine Kategorie dreister und schlimmer.

Die Fischfreunde erstatteten umgehend Anzeige. Seit dem gestrigen Donnerstag ist eine zweite Anzeige in Arbeit. Die Polizei nimmt die Sache ernst, wie Polizeihauptkommissar Uwe Becker vom Polizeirevier Harz auf Nachfrage mitteilte. Ermittlungen seien bereits eingeleitet, Zeugen sollen dieser Tage befragt werden. Eine heiße Spur gebe es aber nicht.

Der Fliegenfischerverein kündigte Streifengänge von Fischereiaufsehern an, um die Ufer zu schützen. Wichtig seien aber auch die Beobachtungen der Anwohner, heißt es in einer Mitteilung für die Presse. Müll in der Bode sei auch für den Tourismus und die Wohnqualität im Tal nicht gut, sollte deshalb gemeldet werden. Vielleicht habe ja jemand das Abladen der Autositze beobachtet oder den Kinderwagen schon mal irgendwo gesehen.

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