Wernigerode/Magdeburg l 6000 bis 8000 Pädagogen folgen am morgigen Mittwoch dem Aufruf der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und streiken in Magdeburg. Rund 150 von ihnen kommen aus Wernigerode.

Mit Bussen werden sie in die Landeshauptstadt gefahren, informiert Thomas Kielgaß, GEW-Vorsitzender in Wernigerode. Ziele des Protest seien mehr Geld, eine gerechte und transparente Eingruppierung bei den Entgeltgruppen sowie die Verhinderung von Rentenkürzungen.

Doch was passiert mit den Schülern in Wernigerode, wenn ihre Lehrer auf dem Alten Markt in Magdeburg für ihre Rechte eintreten? Zu sehr sollten sich die Mädchen und Jungen nicht freuen - frei bekommen die wenigsten. "Die Schulpflicht ist nicht aufgehoben", betont Holger Häberer vom Landesschulamt in Magdeburg. "Wir versuchen, die Betreuung abzudecken, insbesondere in den Grund- und Förderschulen."

In der Diesterweg-Grundschule zum Beispiel sind zwei Lehrerinnen im Dienst, um die Kinder zwischen 7 und 13 Uhr zu betreuen. Die Eltern wurden zuvor per Brief informiert. "Sie haben auch die Erlaubnis, sofern es ihnen möglich ist, die Kinder für den Tag aus der Schule zu nehmen", heißt es aus der Schule.

Ähnlich handhabt es die Grundschule im Stadtfeld. Die August-Hermann-Francke-Grundschule informiert auf ihrer Homepage: "Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Unterrichts aufgrund des Warnstreiks wurden getroffen. Des Weiteren ist die Aufsichts- und Betreuungspflicht gesichert." Lehrer der Freien und der Harzblick-Grundschule sowie der Förderschule "Liv Ullmann" beteiligen sich nicht an der Arbeitsniederlegung. "Der Unterricht findet wie gewohnt statt", heißt es aus allen drei Einrichtungen.

Am Gerhart-Hauptmann-Gymnasium wirkt sich der Protest ebenfalls kaum aus. "Der Ausfall durch Krankheit ist größer als der wegen des Streiks", sagt Schulleiter Herbert Siedler auf Volksstimme-Nachfrage.

Anders sieht es in der Ganztagsschule Burgbreite aus: Etwa 40 der rund 50 Lehrkräfte protestieren in Magdeburg. "Alle, die nicht verbeamtet sind, streiken", sagt Wolfgang Kirst. Geschlossen wird die Schule deshalb trotzdem nicht. "Unterricht kann unter den Umständen zwar nicht stattfinden, aber eine Betreuung und Beschäftigung zu den normalen Unterrichtszeiten ist gewährleistet", so Kirst.