160 braune Kühe stehen derzeit insgesamt auf den Wiesen in der Stadt Oberharz. Der Verein für den Erhalt von Harzkuh und Harzziege macht weiter mobil. Eine neue DVD dokumentiert die alte Harzer Rinderwirtschaft.

Wildemann/Elbingerode l Braune Kühe auf grünem Grund - dieses Bild gehört mittlerweile längst zur Stadt Oberharz am Brocken. Der Anblick wird von Einheimischen vielfach ebenso geschätzt wie von Touristen. Doch das war nicht immer so.

Denn im Zuge der industriellen Landwirtschaft und des Trends zu Hochleistungstieren wurden die "Schokoladenkühe", wie sie von Kindern bisweilen genannt werden, Ende des 20. Jahrhunderts immer seltener. Sie verschwanden fast ganz, wurden sogar noch 1997 zur gefährdeten Nutztierrasse des Jahres erklärt.

Dabei fassten sich schon bald nach der Wende Harzbauern ein Herz und retteten die durch ihre braune Haut, aber zum Beispiel auch an einem hellroten Maul und anderen Merkmalen erkennbare Harzkuh vor dem Aussterben. Seit dem grast das "Harzer Rote Höhenvieh", wie es züchterisch heißt, wieder vermehrt in der Region. Heute stehen auf den Weiden in der Stadt Oberharz rund 160 Harzrinder.

"Die heimische Tierrasse ist ein Kulturgut, es ist wichtig, dass sie erhalten bleibt und gepflegt wird", sagt Oberharzstadtchef Frank Damsch (SPD). Der Bürgermeister war gerade mit bei der Jahreshauptversammlung im "Verein zur Erhaltung der Harzkuh und der Harzziege" in Wildemann im benachbarten Niedersachsen. Dort fanden sich zahlreiche Harzkuhfreunde um den 1. Vorsitzenden des Vereins, Wolfgang Beuse aus Wildemann, sowie den 2. Vorsitzenden, Professor Dr. Albrecht Pfeiffer aus Bad Sachsa, zusammen.

Auf der Tagesordnung standen neben der weiteren Arbeit auch die Vorstellung eines vom Verein initiierten Films, einer DVD mit dem Titel "Rinderwirtschaft im Harz".

Mit dem Streifen haben Prof. Dr. Lutz Wille und Ronald Langer (beide Benneckenstein) die Rinderzucht im Harz als Wirtschaftszweig, Brauchtum und Kulturgut dokumentiert. Der Heimatfilm wurde mit Beifall aufgenommen. Zu bekommen ist die DVD in Benneckensteiner Schreibwarenläden und in der dortigen Tourist-Information sowie bei Ronald Langer, Telefon (03 94 57) 25 58.

Die Versammlung des Vereins zum Erhalt von Harzkuh und Harzziege sei aber auch, so resümiert Damsch weiter, eine gute Gelegenheit gewesen, über Länder- und Gemeindegrenzen hinweg ins Gespräch zu kommen. Tanne gelte erfreulicherweise als Hochburg für die Arbeit zum Erhalt der Harzkuh. Aktuell wird sie durch Züchter Uwe Thielecke und Sebastian Hühne repräsentiert.

An der Jahreshauptversammlung in Wildemann nahm neben Damsch, Langer und Wille auch Tannes Vorsitzender des Harzklub-Zweigvereins, Hans-Joachim Wolf, teil. Denn in Regie der Harzfreunde findet alljährlich der schon berühmte Tanner Kuhball statt. Er steigt dies Jahr am 10. Mai.

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