Treseburg l Für die Natur und etwas mehr Ruhe als an einer Allee mitten in der Landeshauptstadt Magdeburg haben sich Sabine und Stefan Asmus schon immer begeistern können. Als Bekannte von ihnen vor etwa drei Jahren in Treseburg eine Pension übernahmen, lernte die Familie den kleinen Bodetalort und damit eine Alternative zur Großstadt näher kennen. Es folgten Besuchsfahrten von der Elbe ins Bodetal, gab es Gespräche hin und her. Schließlich verliebten sich die Großstädter in den Ort, war der Umzug für Sabine und Stefan Asmus und ihre Kinder beschlossene Sache. Seit rund vier Wochen gehört die Familie nun zur Einwohnerschaft von Treseburg in der Stadt Thale.

"Es ist eine Freude, hier in einer Idylle zu wohnen, diese Ruhe, die schöne Natur", schwärmt Mutter Sabine (32). Auch wenn der Umzug erst einmal bewältigt sein wollte und schnell Arbeit gesucht werden musste. Die junge Frau arbeitet inzwischen im Service des Treseburger Hotels "Forelle". Ihr Mann Stefan (41) als gelernter Koch in der Pension "Waldesruh". "Das ist schöner als meine bisherige Arbeit als Dachdecker", sagt er mit Blick auf eine frühere Tätigkeit. Nun könne er seinen Kochberuf richtig ausüben, Gäste bewirten. Die beiden Kinder, neun und zwölf Jahr alt, lernen bereits in Schulen in Blankenburg und in Timmenrode.

Probleme bei der Ansiedlung habe es nicht gegeben, berichtet das Paar. Die Unterstützung vor Ort sei von Anfang an da gewesen. Familie Asmus hat sich schon sichtlich gut im neuen Heimatort eingelebt.

Geholfen haben dabei neben der Stadtverwaltung Thale vor allem Gastronom Detlef Naucks mit Ehefrau Kerstin. Sie bringen schon seit 2012 wieder Leben in die Pension "Waldesruh" und können nun Dank des neuen Kochs ihr Angebot zielgerichtet ausbauen. So können Gäste auf den zum Haus gehörenden "Bodeterrassen" direkt am Bodeufer bereits wieder bei besserer Bedienung entspannt sitzen, auf den vorbeiströmenden Fluss und das Treiben am Ufer schauen. Gerade hat die Saison der Fliegenfischer in der Bode begonnen, steht der eine oder andere Fischfreund mit Stiefeln oder Wathose und Angelrute in den Fluten.

"Man muss sagen, die Pension und die durch den Zuzug nun mögliche Erweiterung des gastronomischen Angebots sind eine echte Bereicherung für den Tourismus in unserem kleinen Ort", schätzt Egon Lüdtke ein. Der Vorsitzende des Fremdenverkehrsvereins "Bodetal" unterstützte die Ansiedlung sehr und begrüßte die Neubürger herzlich. Jeder Einwohner, jedes modernisierte Bettenhaus zähle, sagt Lüdtke.

Treseburg hat damit 94 Einwohner und gehört mit dem Oberharzortsteil Sorge (80 Einwohner) zu den kleinsten Orten in der Region.