20 Frauen und Männer werden im " Haus der Hoffnung " betreut. Ihnen Lebensmut zu vermitteln, dass sie auch mit ihrer psychischen Erkrankung ein eigenständiges Leben führen können, steht im Mittelpunkt der Arbeit unter Federführung der Gemeinnützigen Gesellschaft für Sozialeinrichtungen in Wernigerode. Und nun hat sich für sie alle ein Traum erfüllt.

Wernigerode. Mit einer kleinen Festveranstaltung wurde jetzt die offizielle Einweihung des neuen Anbaus für das " Haus der Hoffnung " gefeiert ( wir berichteten ).

Die Einrichtung an der Alten Poststraße 2 gehört zum Plemnitz-Stift und wird von der Gemeinnützigen Gesellschaft für Sozialeinrichtungen mbH ( GSW ) betrieben. Deren Geschäftsführerin Regina Wetzstein erinnerte an die Historie des einst aus vier Häusern bestehenden Ensembles. Im April 1890 war es als Anstalt für verwaiste Kinder eröffnet worden. Wieviel Zöglinge damals untergebracht wurden, ist unbekannt. Heute leben im Plemnitz-Stift 29 psychisch kranke Menschen. In der Tagesstätte finden 20 Frauen und Männer von Montag bis Freitag Hilfe. Deren Betreuung wird durch die zwei entstandenen zusätzlichen Werkstatträume deutlich aufgewertet, betonte Regina Wetzstein.

Oberbürgermeister Peter Gaffert lobte die Qualität der Pflege bei der GSW. In deren Standorte wurden dank " der klugen Entscheidungen durch den Aufsichtsrat " bisher rund 35 Millionen Euro investiert. Die zuletzt für das " Haus der Hoffnung " aufgewendeten etwa 180 000 Euro sind im Vergleich dazu nur eine kleine Summe.

Dass der Name von den hier umsorgten Frauen und Männern selbst gewählt worden war, berichtete Ute Festerling. Die Leiterin der Tagesstätte : " Das gibt ihnen ein neues Selbstwertgefühl. " Am 1. August 2000 war die Einrichtung mit zwölf Plätzen eröffnet worden. Durch die hohe Zahl der Anträge wurde 2003 eine Erweiterung auf 15 und 2005 auf 20 Stellen erforderlich. Ute Festerling : " Dafür waren die Räume einfach zu klein. "

" Für 20 Plätze waren die Räume einfach zu klein "

Im " Haus der Hoffnung " geht es für sie und ihre vier Kolleginnen darum, bei den Gästen das Interesse am Handeln und an der Kreativität zu wecken. Die Leiterin : " Wir unterstützen sie, damit sie ein strukturiertes Leben in der eigenen Wohnung führen können. " Dazu werden Arbeiten mit Ton und Holz sowie Seidenmalerei angeboten. Zudem gibt es mit " Max " und " Moritz " zwei Kaninchen und die Möglichkeit, sich im Garten am Haus zu betätigen.

Ein besonderes Dankeschön zollte Andreas Heinrich den beteiligten Architekten und Baubetrieben. Der GSW-Aufsichtsratschef gestand ein, " das alles viel schöner geworden ist, als wir uns das 2009 vorstellen konnten ". Heinrich : " Besser geht es nicht für die Betroffenen. " Und : " Das gibt Vertrauen und Stabilität. " Das Haus ist wichtig, weil es die " humanste Art ist, mit Krankheiten umzugehen ".

Axel Surowy beschrieb schließlich die besonderen Herausforderungen. So lautete die Vorgabe der Geschäftsführung 2009, dass das Projekt noch im selben Jahr geplant und umgesetzt werden musste. Im Mai und Juni wurden die Unterlagen entwickelt, wobei die gewählte Holzbauweise " nicht so routinemäßig war ". Im September wurde das Haus innerhalb von nur drei Tagen aufgebaut und kurz vor Weihnachten komplett übergeben.

Regina Wetzstein : " Wir hatten mal vor, einen Wintergarten zu errichten. Das hätte uns gar nichts gebracht. " So gesehen hat sich jetzt im " Haus der Hoffnung " tatsächlich ein Traum erfüllt.