Die wohl älteste und besterhaltene Wasserburg Deutschlands liegt im nördlichen Harzvorland unweit von Dedeleben, einem Ortsteil der Einheitsgemeinde Huy. Mitte des 11. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt, beherbergt sie heute ein Vier-Sterne-Hotel.

Dedeleben. Die sanfte Hügellandschaft des Harzvorlands mit einer Baumgruppe, aus der der 36 Meter hohe Burgfried emporragt – mehr nimmt der Reisende zunächst nicht wahr, wenn er sich der Westerburg, aus Dedeleben oder Rohrsheim kommend, nähert. Erst wer den Wassergraben überquert und die Bögen von Torhaus und Burgmauer passiert hat, nimmt das ganze Ausmaß des mächtigen ringförmigen Bauwerks wahr. Sie gilt als die älteste und als die am besten erhaltene Wasserburg Deutschlands – die Westerburg unweit des Orts Dedeleben, der heute Bestandteil der Einheitsgemeinde Huy ist.

Die lange Geschichte des wehrhaften Hauses mit seinen häufg wechselnden Besitzverhältnissen begann schon um 770. Es gilt als wahrscheinlich, dass hier die Franken unter Karl dem Großen einen vorgeschobenen Stützpunkt in ihrem Krieg gegen die Sachsen errichteten. Aber das verliert sich im Dunkel der Geschichte. Sicher ist eine erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1052 als Gebietsschenkung Heinrichs III. Über Jahrhunderte ging die Anlage praktisch von Hand zu Hand. Die Regensteiner Grafen, die Halberstädter Bischöfe, der Braunschweiger Herzog Heinrich Julius und seine Nachfolger – sie alle durften sich hier einstmals als Burgherren fühlen, machten aber selten Gebrauch davon, sondern übergaben Gemäuer und Ländereien Vasallen als Lehen. Zu diesen durften sich zum Beispiel die Familien von Dorpstadt, von Veltheim, von der Schulenburg zählen.

Im 30-jährigen Krieg berannten die Schweden das wehrhafte Gemäuer. Brandenburgische und preußische Adlige übernahmen schließlich die Westerburg, die dann bis 1945 mit einer kurzen Unterbrechung zur napoleonischen Zeit preußische Staatsdomäne war.

Wechselvoll die Geschichte ab 1945 : die historische Anlage wird Vertriebenenunterkunft, Sitz der LPG, Wohngebäude, Gemeindebüro, Kindergarten.

1999 kauft das Hoteliersehepaar Silvia und Hartmut Lerche das Gebäude von der Treuhand und saniert es mit erheblichem Aufwand denkmalgerecht. Es entsteht das Vier-Sterne-Hotel " Wasserschloss Westerburg ", das wegen seiner besonderen Lage und Ausstattung inzwischen Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet anzieht. Besonders willkommen sind Heiratswillige, die im " Turteltauben-Turm ", dem ehemaligem Taubenhaus in der Mitte des Schlosshofs, ein angemessenes Quartier fnden. In einer Außenstelle des Standesamts der Gemeinde Huy können sie den Bund fürs Leben besiegeln und sich in der Schlosskapelle kirchlich trauen lassen. Letztere ist äußerst sehenswert wegen ihres prachtvollen barocken Altars.

Der sanierte Gutspark lädt zum Flanieren ein, Café und Restaurant halten anschließend eine Stärkung bereit.

Das Wasserschloss Westerburg ist Bestandteil des landesweiten Tourismus-Projekts " Straße der Romanik " und mehrfach preisgekrönt. Eines der Markenzeichen ist der " Westerburger Kultursommer " mit Historienspektakel, Schauspiel, Konzerten und vielem mehr. Partner ist dabei das Nordharz-Städtebund-Theater.

Führungen durch das Innere der Burganlage sind gegen ein kleines Entgelt mittwochs um 10. 30 Uhr und sonntags um 10 Uhr möglich, Gruppenführungen nach vorheriger Vereinbarung.

www. hotel-westerburg. de