Zahlreiche Harzer und Gäste feierten gestern in Benneckenstein das traditionelle Pfingstfest auf der Waldschneise. Es begann mit dem Finkenmanöver, bei dem sich einheimische Vögel erste Plätze ersangen.

Benneckenstein. Petrus hatte ein Einsehen und ließ es erst wie aus Eimern schütten, als der letzte Wettkampf-Buchfink ausgesungen hatte.

So blieb der Wettsteit der Vögel trocken, es konnte in Ruhe gerechnet werden. Auch das Volksfest wurde trotz einiger Schauer emsig gefeiert. Schon ab etwa fünf Uhr waren die Finkenfreunde aus etlichen Harzorten nach und nach eingetroffen. Zwölf Finken gingen im Schönheitssingen, 39 dann im sogenannten Kampfsingen an den Start. Erstmals waren ihre Halter länderübergreifend gut gemischt, weil das Reglement von Niedersachsen und Sachsen-Anhalt angepasst wurde, wie Experte Dieter Spormann informierte. Fast 20 Jahre nach der Wende kämen nun also auch die Finkenfreunde diesseits und jenseits vom Brocken enger zusammen und seien wieder so vereint, wie sie es bis 1945 waren.

So stellten gestern Vogelfreunde aus Altenau oder St. Andreasberg ebenso ihre Vögel bereit wie die von Benneckenstein, Rübeland oder Hasselfelde. Die Platzierungen verteilen sich ebenfalls, wenngleich drei Siegertitel in der Finkenhochburg Benneckenstein verblieben (siehe Kasten). Im Anschluss wurden die Pfingstfeuer entfacht, dann begann ein Folkloreprogramm auf der Waldbühne, das im Laufe des Tages allerdings immer wieder mit dem Wetter zu kämpfen hatte.

Als besonderer Gast fiel gestern in der Menge ein Mann mit orangefarbener Trainingsjacke auf: Kultreporter Alfons alias Emmanuel Peterfalvi machte sich für die ARD auf seine Art mit dem Harzer Finkenbrauchtum bekannt. Ein Freund habe ihm den Tipp mit der Finkerei gegeben, sagte Alfons der Harzer Volksstimme im schönsten französischen Akzent. Er habe Bilder gesehen und sich gesagt: "Tolle Tradición!" Übrigens

 

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