Die Initiative Offene Heide tritt weiterhin für eine ausschließlich zivile Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide ein. Am 243. Friedensweg nahmen am Sonntag rund 50 Friedensaktivisten teil.

Dolle l Die Mitglieder der Initiative Offene Heide sind gegen den Bau der urbanen Übungsstadt Schnöggersburg. Das wurde auf der Auftaktkundgebung des 243. Friedensweges deutlich, die unmittelbar an der Baustellenzufahrt Schnöggersburg auf der Bundesstraße 189 zwischen Dolle und Lüderitz abgehalten wurde.

Fehlende Argumente

Joachim Spaeth von der Bürgerinitiative moderierte die Kundgebung. "Es gibt keine Argumente für eine urbane Übungsstadt Schnöggersburg", so Spaeth. Er verwies in seinen Ausführungen auch auf die kritische Betrachtung der EU-Kommission zum Bau der Übungsstadt hin. "Die Liste der Sünden in den Antragsunterlagen zur Übungsstadt Schnöggersburg ist lang. Als gravierend sind besonders folgende Fakten anzusehen: Systematisch und Hand in Hand arbeitend haben Bundeswehr und Landesbehörden eine Einsichtnahme in die Antragsunterlagen durch die Umweltverbände hintertrieben. Die Einvernehmens-Herstellung mit den Gemeinden erfolgte mit unvollständigen Unterlagen. Das Einvernehmen der Stadt Stendal fehlt, beziehungsweise ist nicht dokumentiert."

Abschließend erinnerte Joachim Spaeth an das Naturparkkonzept für die Colbitz-Letzlinger Heide, an dem in den Jahren 1992 bis 1994 auch Dr. Peter Neuhäuser vom Naturschutzbund Stendal mitgewirkt hat. Neuhäuser wies als Gast des Friedensweges auf die Schutzgüter in der Colbitz-Letzlinger Heide hin. Als beispielhaft nannte er die Entwicklung des 200 Hektar großen Natura-2000-Gebietes "Mittlere Oranienbaumer Heide", das auch Flächen eines ehemaligen Truppenübungsplatzes einschließt.

Eindrucksvolles Buchenkolk

An die Kundgebung schloss sich eine etwa fünf Kilometer lange Wanderung an. Dabei entdeckten die Teilnehmer nicht nur viele Pilze, sondern auch mehrere Kleingewässer. Besonders eindrucksvoll war der Buchenkolk, ein etwa 1000 Quadratmeter großer Waldsee.