Während Nutzer im östlichen Teil von Samswegen mit 6000 Kilobit pro Sekunde durchs Internet surfen, "kriechen" Daten im Rest des Ortes im Schneckentempo durch die Leitungen. Ein Funkempfänger könnte Abhilfe schaffen.

Samswegen l Im Osten von Samswegen profitieren Internetnutzer von einer Glasfaser-Anbindung. Sie ermöglicht ihnen, mit bis zu 6000 Kilobit pro Sekunde durch das World Wide Web zu surfen. Live-Streams abspielen oder Fotos hochladen sollte bei dieser Datengeschwindigkeit kein Problem darstellen. Im Rest des Ortes jedoch, erklärt dessen Bürgermeister Burkhard Wohlfarth, ebenso in Groß Ammensleben, Jersleben und Dahlenwarsleben, müssen sich Nutzer derzeit mit einer 1000er-DSL-Leitung zufrieden geben.

"Für die Suche im Internet und E-Mails verschicken reicht es, aber will man 20 Bilder hochladen, dauert das ein bis zwei Stunden."

Burkhard Wohlfarth,

Ortsbürgermeister von Samswegen

"Beim Herunterladen von Daten bedeutet das eine reale Geschwindigkeit von 300 bis 400 Kilobit pro Sekunde. Das ist relativ langsam", erläutert er. "Für die Suche im Internet und E-Mails verschicken genügt das, aber will man beispielsweise 20 Bilder hochladen, dauert das ein bis zwei Stunden", nennt Wohlfarth ein Beispiel.

Abhilfe könnte ein Funk-Empfänger schaffen. "Der Verein für Technik, Kommunikation und neue Medien beschäftigt sich mit der funkorientierten Internetverbindung. In Gersdorf haben sie eine solche schon erfolgreich aufgebaut", sagt der Ortsbürgermeister. Auch in Samswegen bestehe die Möglichkeit, neben der langsamen DSL-Leitung eine Funkverbindung aufzubauen, fügt er hinzu. Die Voraussetzung: Mindestens fünf Nutzer müssten Bedarf anmelden. Nach einem Aufruf im Amtsblatt habe sich bisher erst ein Samsweger gemeldet. Auch Wohlfarth selbst wolle der Funkverbindung eine Chance geben.

"Wenn sich 50 Interessenten fänden, würde der Verein das Netz auch so groß aufbauen, dass eine 16000er-Leitung entsteht."

Burkhard Wohlfarth

"Wenn sich 50 Interessenten fänden, würde der Verein das Netz auch so groß aufbauen, dass mindestens eine 16000er-Leitung entsteht", informiert der Kommunalpolitiker. Auf die Nutzer kommen laut Wohl-farth Kosten in Höhe von 20Euro im Monat zu. "Plus einmalig rund 80 Euro für einen WLAN-Empfänger und eine Antenne im eigenen Haus", erklärt Burkhard Wohlfarth. Eine monatliche Kündigung des Vertrages sei möglich. Der Orts-Chef räumt auch ein, dass Funk nur eine Alternative darstelle. "Natürlich wäre es besser, wenn die Telekom hier Glasfaserleitungen verlegen würde, aber das wird sie nicht tun", betont er.

Einen Platz für das Empfangsgerät im Ort hat Burkhard Wohlfarth bereits im Auge: Der ungenutzte Schornstein neben dem Feuerwehrgebäude könnte seiner Ansicht nach durchaus als Funkmast dienen.

Wer sich in Samswegen für die Internetnutzung über Funk interessiert, wird gebeten, sich bis Ende März bei Burkhard Wohlfarth zu melden - per E-Mail an burkhard.wohlfarth@t-online.de, unter Telefon 039202/60760 oder persönlich in der Schulstraße 12. Weitere Informationen zum Verein im Internet unter www.boerde.de.