Bei Heinrichsberg haben am Montag die Arbeiten für die Sanierung des linken Elbdeiches begonnen. Zunächst wird eine Baustraße errichtet, die im Hochwasserfall auch als Zufahrt zum Deich genutzt werden soll.

Heinrichsberg l Der linke Elbdeich zwischen Heinrichsberg und Glindenberg war eine Schwachstelle beim Hochwasser im vergangenen Jahr. Noch sind die dramatischen Bilder von der Deichsicherung in Erinnerung.

Mit dem Bau einer Straße begann am Montag der Bauabschnitt 2a bei der geplanten Sanierung des Deiches. Dieser beinhaltet den Deichabschnitt zwischen den Kilometern 6,96 bis 7,8 auf einer Länge von 930 Metern. "Dabei wird die Deichkrone im Mittel um 50 Zentimeter erhöht", informierte Helge Reymann, Projektverantwortlicher beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW).

Drei Meter breiter Weg dient der Deichverteidigung

Im Zuge der Deicherhöhung muss zwangsläufig auch die Deichaufstandsfläche ver- größert werden. Geplant ist außerdem der Bau einer fünf Meter breiten landseitigen Berme. "Darauf wird ein drei Meter breiter asphaltierter Deichverteidigungsweg angelegt", so der Projektverantwortliche. Damit werden die Erfahrungen aus dem Juni-Hochwasser im vergangenen Jahr berücksichtigt, als in einer Blitzaktion zahlreiche Bäume gefällt werden mussten, um den Helfern einen Zugang zum gefährdeten Elbdeich zu ermöglichen.

Auf dem zu sanierenden Deichabschnitt wird außerdem ein zwei Meter breiter asphaltierter Deichkronenkontrollweg errichtet. Zum Schutz der wasserseitigen Böschung des Deiches vor Eisgang soll dort eine Baumreihe angepflanzt werden.

Die am Montag begonnenen Arbeiten sollen bis April 2015 abgeschlossen sein. Dabei werden erhebliche Mengen an Material benötigt. Das sind allein für den vergrößerten Stützkörper 21500 Kubikmeter Erdreich. Dazu kommen rund 1000 Kubikmeter Tondichtung. Die Gesamtlänge des zu errichtenden Deichverteidigungsweges und des Deichkronenkontrollweges beträgt rund 1800 Meter. Die Kosten für die Sanierung dieses Deichabschnittes veranschlagt der LHW mit 1,25 Millionen Euro.

Die Baustraße, die in den kommenden drei Wochen errichtet wird, ist etwa 600 Meter lang. Sie dient nicht nur als Zufahrt zur Baustelle, sondern später in einem möglichen Verteidigungsfall auch als Verbindungsstraße zum Deich selbst.

Die Deichsanierung soll das Gebiet zwischen Elbe, Ohre und Mittellandkanal mit den darin befindlichen Ortschaften Glindenberg und Heinrichsberg besser vor Hochwasser schützen. Die gesamte Sanierung des linken Elbdeiches in diesem Bereich ist bis zum Kilometer 3,55 in Glindenberg, bis hinter dem Kuhstall, vorgesehen. Danach schließt sich bis zur Autobahn A2 ein bereits vor dem Juni-Hochwasser 2013 saniertes Deichstück an. Das gesamte Vorhaben soll bis Ende des nächsten Jahres abgeschlossen sein.