Barleben l Rentner und keine Zeit, das kann nicht sein? Bei Dolores Mette ist es der Fall und die Antwort der agilen Barleberin ist so einfach wie genial: "Ein ausgefülltes Leben!"

Doch wo anfangen, wo aufhören? So ließ sich die mehrfache Oma erst im vergangenen Jahr zu einer ehrenamtlichen Betreuerin ausbilden. Seitdem ist sie einmal in der Woche im Bodelschwingh-Haus anzutreffen, wo sie einen Bewohner betreut. Für die gelernte Chemielaborantin, die später zur Altenpfegerin umschulte, war es schon immer eine Herzensangelegenheit, sich um die Kranken und Hilfebedürftigen zu kümmern.

Woher sie auch mit 65 Jahren noch die Kraft nimmt: "Aus meinen vielen Hobbys." So ist Dolores Mette seit Jahren aktives Mitglied in einem Line-Dance-Club in Magdeburg, frönt die talentierte Frau der Malerei. Längst einen Namen, auch über die Kreisgrenzen hinaus, aber hat sich die Barleberin als (Teddy)Bären-Mutti gemacht.

Seit knapp 30 Jahren zählt sie zu der großen Schar, die den Teddybären für sich als das Lieblings-Kuscheltier auserkoren hat. Doch anders als die meisten stellt sie inzwischen diese kleinen, so niedlichen Plüschtiere selbst her. Auf eine exakte Zahl der buschigen Tiere, die unter ihren geschickten Händen bisher entstanden sind, kann sich Dolores Mette nicht wirklich festlegen: "Weit über 1200 werden es sein und 75 dieser kleinen Bären sind seit Mittwoch in einer Ausstellung im Magdeburger Florapark zu sehen." In Barleben sind ihre niedlichen Tiere dann spätestens auf dem traditionellen Weihnachtsmarkt auf dem Hof der Mittellandhalle zu bestaunen. Wie aber kommt man auf dieses doch recht ungewöhnliche Hobby? Doleres Mette versichert, es war reiner Zufall. Nachdem ihre drei Kinder aus dem Haus waren, belegte sie 1987 an der Volkshochschule in Magdeburg einen Kurs. "Bei einer Frau Meyer lernte ich seinerzeit mit anderen Teilnehmern, aus Stoffresten Teddybären zu schneidern", kann sich die vielseitige und agile Frau noch sehr genau erinnern. "Auch wenn es anfangs nicht einfach war, dem kleinen kuschligen Tier Form und Aussehen zu geben, konnte ich mich für diese Art der Freizeitbeschäftigung dennoch begeistern."

Das allein aber reichte nicht, um den kleinen Teddybären gekonnt Leben einzuhauchen. Wie sie nach mehr als 1000 Teddybären resümiert, gehören eine ganz gehörige Portion Besessenheit, aber auch das Können einer Maßschneiderin und eines Formgestalters dazu. Längst erkennt man ihre Stofftiere, hat sie inzwischen ihre ganz eigenen Teddybären kreiert, die in zahlreichen Ausstellung zu bestaunen waren. So bespielsweise anlässlich der Ausstellung "100 Jahre Teddybär" in Magdeburg. Da waren übrigens ihre schönsten, aber auch ihr bis dato größter selbstgeschneiderter Teddy, der 1,20 Meter misst.

Wie die ehrenamtliche Betreuerin erzählt, benutzt sie manchen ihrer Teddybären auch als therapeutisches Spielzeug. "So gibt es einen, den ich als Handpuppe geschaffen habe. Das heißt, bei dem kann ich in die Arme schlüpfen und dem Tier so ein wenig Leben einhauchen. Den alten Leuten gefällt es sehr." Nicht die einzigen, die von Dolores Mettes Teddybären schwärmen - über die Jahre sind es unzählige Kinder, Freunde, Verwandte und Bekannte.

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