Ohne das Kaliwerk Zielitz würde es einen deutlichen regionalen Rückschritt geben. Das ist das Ergebnis einer sozioökonomischen Studie, die am Donnerstag vorgestellt wurde. Hintergrund ist die ab 2019 notwendige Erweiterung der Haldenkapazität.

Zielitz l Durchschnittlich 31000 Tonnen Rückstände aus der Kaliproduktion fallen täglich im Kaliwerk Zielitz an. Das sind rund 10 Millionen Tonnen, die jährlich auf die Rückstandshalde transportiert werden müssen.

Die derzeit genehmigte Haldenkapazität wird im Jahr 2019 erschöpft sein. Deshalb wird der Betrieb Ende dieses Jahres die Antragsunterlagen für eine Erweiterung der Haldenkapazität um 200 Hektar beim Landesamt für Geologie und Bergwesen einreichen. "Vielfach nehmen Teile der Öffentlichkeit nur die notwendigerweise mit dem Kalibergbau verbundenen Eingriffe in die Natur zur Kenntnis. Die jetzt vorliegende Studie belegt aber eindrucksvoll die zahlreichen positiven Effekte des Kalibergbaus für die Region und unterstreicht die große Bedeutung unseres Werkes auch für die mittelständische Wirtschaft sowie die Kommunen vor Ort", sagte Werkleiter Martin Westphal am Donnerstag bei der Vorstellung einer sozioökonomischen Studie.

Damit hatte das Kaliwerk die renommierten Institute GMA aus München und BHP aus Zürich beauftragt. Dr. Stefan Leuninger (GMA) und Dr. Stefan Lüthi (BHP) berichteten detailliert über Vorgehen, Methodik und Ergebnisse ihrer Studie.

Die Autoren bezeichnen darin das Werk Zielitz als "eine wesentliche Säule zur Stabilisierung der Bevölkerung in der Region". Das Werk habe eindeutig positive und prägende Wirkungen für den Wirtschaftsraum Magdeburg. Davon profitiere nicht nur der Arbeits- und Ausbildungsmarkt, die Impulse wirken auch in die Kommunen sowie in die ansässige mittelständische Wirtschaft und das überregionale Transportgewerbe. Das Unternehmen K+S sei demzufolge "ein wichtiger Knoten im regionalen Wertschöpfungssystem".

Werk zahlt Gewerbesteuer in Millionenhöhe

Bemerkenswert sind nicht nur die rund 1800 Arbeitsplätze im Kaliwerk Zielitz selbst, sondern auch weitere rund 1250 Arbeitsplätze, die indirekt durch Lieferverträge mit regionalen Unternehmen gesichert werden. Allein die jährliche Lohnsumme der Kaliwerker von rund 61 Millionen Euro sorgt den Autoren der Studie zufolge für 18 bis 20 Millionen Euro Kaufkraft in der Region.

Die 11 Millionen Euro Gewerbesteuer ermöglichen den Anrainergemeinden nicht nur Investitionen in die Infrastruktur, sondern auch den notwendigen Eigenanteil bei der Inanspruchnahme von Fördermitteln. Beispiele dafür sind unter anderem die neue Zweifeld-Sporthalle in Rogätz, das Bildungs- und Gemeindezentrum sowie das Dorftheater in Zielitz, die Werk- und Kulturscheune in Loitsche oder die neue Kita in Heinrichsberg.

"Das Werk Zielitz ist ein wichtiger Knoten im regionalen Wertschöpfungssystem. Sollte sich die geplante Haldenerweiterung in der vorgesehenen Größenordnung planerisch oder politisch nicht durchsetzen lassen, würde das negative Folgen für die Regionalentwicklung haben", heißt es in den Schlussfolgerungen der Studie.

Martin Westphal betonte noch einmal das Gesprächsangebot des Kaliwerkes an alle Kritiker der Haldenerweiterung in und außerhalb der Region und versicherte, dass bei dem Projekt die drei Faktoren Ökologie, Ökonomie und Sozialverträglichkeit berücksichtigt werden.

Bilder