Acht Schüler der Gerhard-Schöne-Schule werden sich im Juni auf die Reise nach Israel machen. Dort werden sie Jerusalem besuchen, aber auch ihre Partnereinrichtung Beit Uri. Finanziell werden sie vom Goetheinstitut unterstützt.

Wolmirstedt l Isabell freut sich vor allem auf das Fliegen, Lucie ist gespannt auf das Hotel. Auf die acht Schüler der Gerhard-Schöne-Schule wartet aber während ihrer Israel-Reise noch viel mehr. Sie werden Jerusalem besuchen, ans Tote Meer reisen und, wenn alles gut läuft, auch die Knesset kennen lernen, das israelische Parlament. Vor allem werden sie Marcella, Roy und die anderen Bewohner von Beit Uri wiedersehen. Das ist eine dorfähnlich angelegte Einrichtung für behinderte Menschen in der Nähe der israelischen Stadt Afula. Beit Uri und die Schöne-Schule pflegen seit neun Jahren enge Beziehungen.

Viel länger, nämlich seit 50 Jahren, gibt es diplomatische Beziehungen zwischen Israel und der Bundesrepublik Deutschland. "Aus Anlass dieses Jubiläums haben wir uns beim Goethe-Institut um Unterstützung für die Reise beworden", sagt Eckard Frey. Der Althistoriker und Israel-Kenner ist Vorsitzender des Fördervereins der Gerhard-Schöne-Schule und hatte seinerzeit die Kontakte zur Einrichtung Beit Uri geknüpft. "Wahrscheinlich ist es die einzige Verbindung zwischen Einrichtungen in Deutschland und Israel für Menschen mit einem speziellen Förderbedarf", vermutet er. Alle zwei Jahre fahren Schöne-Schüler nach Afula, in den Jahren dazwischen kommen Bewohner von Beit Uri nach Wolmirstedt. Die Verständigung mittels deutscher und israelischer Sprache sei dabei kaum möglich, erzählt Antje Viohl, aber die Schüler verstehen sich trotzdem. Vor allem tanzen sie gerne miteinander.

Antje Viohl ist die Lehrerin der Schöne-Schule, die zusammen mit den Schülern auf Reisen geht. Ihre Kollegin Claudia Domke und Eckard Frey werden ebenfalls dabei sein. Bei ihrem Besuch in Israel wird sich die kleine Reisegruppe auch der Geschichte der Juden widmen. Mit der Vorbereitung beginnen sie bereits jetzt. Am 14. April werden sie die israelische Botschaft in Berlin besuchen, am 27. April die Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge, das ehemalige Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald. "Da wurden Juden ermordet", weiß Lucas Kühn.

Weitere Besuche gelten der jüdischen Gemeinde in Magdeburg und auch dem ehemaligen jüdischen Friedhof in Wolmirstedt. Diesem Friedhof wurde im Jahr 2010 ein Gedenkstein gesetzt. Dafür hat sich Arbeitsgruppe "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" des Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasiums stark gemacht und außerdem die jüdische Geschichte in Wolmirstedt erforscht. "Mit dieser Arbeitsgruppe wollen wir künftig zusammenarbeiten", sagt Antje Viohl.

Vorerst aber bringt sie ihren acht ausgewählten Schülern Israel nahe. Sie malen eine Landkarte bunt aus und erfahren dabei, wie klein dieses Land im Vergleich mit Deutschland ist, dass es Wasser gibt und auch Wüste. "Man kann es an einem Tag durchfahren", erzählt Antje Viohl, die schon mehrmals dorthin gereist ist.

"Ich freue mich schon darauf, wenn wir im Toten Meer baden", strahlt Christian Behne, und zeigt, wie er auf der Wasseroberfläche dahingleiten will, ohne zu schwimmen.