Der Tierschutzverein (TSV) Wolmirstedt ist, seit Andreas Tschiche den Vorsitz übernahm, auf einem guten Weg. Was dem Vorsitzenden allerdings Sorgen bereitet: Dem Vorstand steht kein Beirat zur Seite.

Wolmirstedt l Die Zahl der Mitglieder, die zur Jahreshauptversammlung des Tierschutzvereins in die Gutenbergschule kamen, war überschaubar. "Dennoch ist unser Verein auf einem sehr guten Weg", betont der Vorsitzende An- dreas Tschiche in seinem Bericht. "Wir haben 2014 genau 442 Tiere, darunter 238 Hunde, 196 Katzen und 8 Kleintiere aufgenommen und vermittelt", so Tschiche. Er lobt dabei die engagierte Arbeit in der Angerstraße, "denn das Tierheim wird, bis auf die Leiterin Heike Scheffler, ausschließlich durch Ehrenamtliche betrieben. Das ist umso bemerkenswerter, als dass eine Rufbereitschaft rund um die Uhr an allen Wochentagen gegeben ist. Zudem hat sich unser Verein als ein verlässlicher Partner von Polizei, Ordnungsbehörde und Veterinäramt erwiesen."

Der Vorsitzende erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass es in Wolmirstedt einen zunehmenden Bestand an freilebenden, verwilderten Hauskatzen gibt, die sich unkontrolliert vermehren und größtenteils schlecht oder nicht versorgt werden. Das Ordnungsamt stimmte daher einer konstruktiven Herangehensweise seitens des Vereins zu, die Streunerkatzen einzufangen und zu kastrieren, um die stetige Vermehrung zur bremsen.

Das kostet. Hilfe gab es für den TSV durch den Deutschen Tierschutzbund, der mit knapp 4000 Euro aus einem sogenannten "Feuerwehrfond" die Wolmirstedter unterstützte, zudem starteten die Tierschützer einen Spendenaufruf.

Der Widerhall war enorm, mehr als 6000 Euro kamen zusammen, die vor allem in die Kastrationsaktionen investiert wurden. "Damit das Ganze auch funktioniert", so Tschiche, "haben wir für diese Tiere zwei Futterstellen installiert, die unter Aufsicht von zuverlässigen Tierfreunden stehen."

Kein Einzelbeispiel für die große Tierliebe der Ohrestädter. So besuchte im letzten Jahr eine Tierfreundin das Tierheim. Als sie vor Ort erfuhr, dass das marode Dach über der hinteren Zwingerreihe dringend erneuert werden muss, beschloss sie spontan, das Bauvorhaben mit beachtlichen 12000 Euro zu finanzieren.

Aber auch die Tierschützer selbst, so der Vorsitzende, packen tatkräftig mit an. Dort, wo sich einst der alte "Feuerlöschteich" befand, entstand 2014 mit großzügiger Unterstützung einer ortsansässigen Firma und der Lotto GmbH ein umzäunter Hundeauslaufplatz. Ganz in Eigenleistung erfolgte der Umbau des Versammlungsraumes im Tierheim zu einem weiteren Katzenzimmer.

Zum Abschluss der Versammlung stand die Nachwahl der Vorstandsmitglieder an, wobei Kerstin Kirk und Evelin Horwitz erneut das Vertrauen erhielten. Ein neuer Beirat dagegen konnte nicht gewählt werden, da es nur einen Kandidaten gab.