Rogätz l Der Rogätzer Kapellenberg ist zumindest bei den Fußballmannschaften aus der Region ein Begriff. Tragen doch hier die Concorden vor einer mehr oder weniger großen Kulisse auf ihrem Sportplatz ihre Heimspiel aus.

Doch woher kommt der Name Kapellenberg? Diese und viele andere Fragen konnte Margitta Häusler, Vorsitzende der Rogätzer Heimat- und Kulturfreunde beim Dorfspaziergang am Sonnabend beantworten. "Etwa seit dem siebenten Jahrhundert befand sich hier die so genannte deutsche Siedlung, das Dorf Slatvörde", berichtete Margitta Häusler, "hier soll es auch ein Kloster mit einer Wallfahrtskapelle gegeben haben. Etwa im 11. Jahrhundert soll das Dorf aber aufgegeben worden sein. In Unterlagen von 1447 und 1516 wird Slatvörde als wüst bezeichnet." Hinter dem Sportlerheim konnten die Teilnehmer am Dorfspaziergang noch Reste der einstigen Wallanlage sehen.

"Hier standen früher stattliche Fichten, die nach 1945 innerhalb weniger Tage abgeholzt wurden und als Heizmaterial dienten", konnte Alfred Steglitz berichten.

"Zwischen Kapellenberg und Katerberg" - so war der Dorfrundgang im Vorfeld angekündigt worden. Vom Kapellenberg machten sich die wissbegierigen Teilnehmer dann auch auf den Weg entlang der Magdeburger Straße.

Ab dem Jahr 1868 als Kreis-Chaussee ausgebaut

"Das ist die älteste Straße von Rogätz", berichtete Margitta Häusler, die als Beweis eine Karte aus dem Jahr 1570 zeigen konnte. In den Jahren 1868/69 war die Straße dann mit einer Schotterdecke versehen und ausgebaut worden und verband als Kreis-Chaussee Wolmirstedt, Angern und Dolle.

Am Haus Magdeburger Straße 41 machte die Gruppe Halt. "Hier lebte der Melkermeister Zeh mit seiner Familie", konnte die Vereinsvorsitzende berichten, "ab 20. April 1945 nahmen sie Max Planck und sein Frau auf. Der berühmte Wissenschaftler lebte seit Oktober 1943 im Schloss. Doch die Amerikaner ließen es räumen, weil die deutschen Truppen Rogätz vom Ostufer der Elbe beschossen." Weiter führte der Weg am ehemaligen Gut vorbei. Die umfangreichen Anlagen erstreckten sich einst beiderseits der Magdeburger Straße.

Einen Zwischenstopp gab es in der Kirche. Hier erwartete schon Sieghilde Wedekind vom Gemeindekirchenrat die Gruppe. Sie konnte viel Interessantes über die Kirche erzählen, die im Dreißigjährigen Krieg zweimal zerstört worden war. Die in den vergangenen Jahren sanierte Kirche birgt mit dem Taufstein, der vermutlich um 1720 entstanden ist und dem Epitaph des 1568 verstorbenen Reimar von Alvensleben einige Kostbarkeiten.

An der Friedenseiche am Katerberg endete der geschichtsträchtige kurzweilige Spaziergang.

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