Die 1075-Jahr-Feier in Mose ist Geschichte. In Erinnerung bleiben Höhepunkte wie die Einweihung des Denkmals für die Magdeburger Pilotenrakete, der Start einer gleichnamigen Modellrakete, der Festumzug, das hochkarätige Kulturprogramm ... Am Ende gab es nur eine Meinung: Es war ein fantastisches Fest.

Mose l Drei ereignisreiche Tage waren für 1075 Jahre Geschichte festgeschrieben. Und den Organisatoren um ihre engagierte Ortsbürgermeisterin Helga Steinig gelang bereits zum Auftakt der Feierlichkeiten ein Bilderbuchstart. Pünktlich um 19.30 Uhr wurde am Freitag das Denkmal für jene Rakete eingeweiht, die Anfang der 1930er Jahre die bemannte Raumfahrt einläutete. Viel Prominenz hatte sich aus diesem Grund eingefunden. Unter ihnen Professor Matthias Tullner und Dr. Frank Rietz, die Mitte der 1990er Jahre die sogenannte Magdeburger Piloten-Rakete weltweit nachhaltig in Erinnerung brachten. Beide waren beeindruckt, wie sich ihr Werk nun in einem Denkmal manifestiert. "Zurecht", betonte Dr. Rietz, "denn in Mose wurde seinerzeit der Impuls für die Raumfahrt gegeben." Dass aber 1075 Jahre Mose mehr als nur einen Raketenstart aus den 1930er Jahren zu bieten hat, darauf verwies Ortsbürgermeisterin Helga Steinig in ihrer Festrede zur Eröffnungsveranstaltung. Dabei erinnerte sie daran, dass Mose sich von einem Vorwerk von Wolmirstedt, zu einem eigenen Domäneamt entwickelte. Und mit Blick auf die jüngere Geschichte verwies Steinig darauf, "dass sich die Zahl der Einwohner in Mose, anders als in anderen Orten, nach der Wende kontinuierlich steigerte." Die exakte Zahl wusste Ringhard Friedrich, stellvertretender Bürgermeister von Wolmirstedt, der Ehrengäste wie Verkehrsminister Thomas Webel und Landrat Hans Walker auf das Herzlichste begrüßte: "Viele der 336 Moseraner (157 weiblich, 179 männlich) sorgen dafür, dass uns ein bunt gemischtes Programm erwartet, das über das Normale weit hinaus geht."

Und Ringhard Friedrich entpuppte sich als Hellseher. Was an diesem Wochenende in Mose geboten wurde, "war gigantisch", bekundete Jana Müller, die mit ihrem Mann aus Magdeburg anreiste, um mitzufeiern. Ihre Augen strahlten, als sie vom Barockfeuerwerk sprach, das am Freitagabend am Dorfteich gezündet wurde. Ein heißer (erster) Tag ging dann lange nach Mitternacht mit Rock im (Party-)Zelt zu Ende.

Der Sonnabend als zweiter Tag stand ganz im Zeichen der Familie. Schon in den Vormittagsstunden herrschte buntes Treiben auf der Festwiese rund um das Kulturhaus. Ruhe zog hier nur kurzzeitig ein, als nämlich gegen 13 Uhr der Festumzug sich auf den Weg machte. Ab 14.30 Uhr, als das Bergmannorchester des Kaliwerkes Zielitz zum Platzkonzert bat, war es dann bis weit in die Nacht hinein vorbei mit der Stille.

Ihren Anteil daran hatten Dreamdancer, Musicalartisten, die "Lips", die mit einer Papageienshow zu begeistern wussten. Die absoluten Stars an einem schwülwarmen Nachmittag aber waren neben Kabarettistin Josefine Lembke, die kurzweilig durch das Programm führte, die beiden stimmgewaltigen "Schlagerbarden" Andreas Holm und Thomas Lück. Sie brachten das überhitzte Partyzelt zum Überkochen.

Da hatten es das Rock\'n\' Roll Orchester Magdeburg, die Schlagermafia und das Helene-Fischer-Double am Abend schwer, gegenzuhalten.

Und wer nun glaubte, das alles wäre nicht zu toppen, der war am Sonntag gegen 11.40 Uhr beim Start der Magdeburger Pilotenrakete nicht dabei. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Modellraketen aus Leipzig zündeten acht Raketen. Die Flugkörper kamen unter dem Beifall Hunderter begeisteter Augenzeugen punktgenau ins Ziel, ließen so ein überaus gelungenes Fest "ausschweifend" ausklingen. Seite 12

 

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