Die Geschichte der Schloss-kapelle ist zu Ende erzählt. Zumindest, was die Ausstellung im Obergeschoss des Museums betrifft. Dort hängt jetzt eine Sonderausstellung mit fotografischen Impressionen zur Geologie im Landkreis Börde.

Wolmirstedt. Im vergangenen Jahr waren Anette Pilz und ihre Mitarbeiter öfter an der frischen Luft unterwegs. Bei zahlreichen Exkursionen hatte die Gruppe vom Museum den Fotoapparat mit dabei. Was entstanden ist, sind Bilder von Landschaften oder Abbaugebieten, die selbst Bewohner des Landkreises überraschen dürften. Denn der Zugang zu diesen Arealen ist selten für Jedermann frei.

Das Regionalmuseum Wolmirstedt liegt geographisch zwischen Heide und Börde und damit am Anfang eines geologischen Profils durch die Flechtinger-Rosslauer Scholle (den Flechtinger Höhenzug), die Weferlinger-Schönebecker Triasplatte bis zum Allertal. "Anhand der Fotografien soll ein kleiner Überblick über die Bodenschatzvorkommen im Landkreis Börde gegeben werden", nennt Anette Pilz die Hintergründe der Exposition. Denn unsere Region ist durch eine Vielzahl von Bodenschätzen gekennzeichnet, die seit Menschengedenken genutzt werden und von großem wirtschaftlichen Interesse sind.

Interessant dabei: Die Nutzung von Gesteinen, mineralischen Rohstoffen und fossilen Brennstoffen begann im Bördekreis schon lange vor der Entdeckung der Salzlagerstätten.

Der Sandstein, den man im Mittelalter in zahlreichen Steinbrüchen gewonnen hatte, wurde in Bauwerken wie Dorfkirchen oder Burgen verbaut. Andere Gesteinsarten dienten zur Herstellung von Werkzeugen, Vorratsgefäßen und Waffen.

Zu den wichtigsten Bodenschätzen im Landkreis zählt unter anderem das Wasser aus der Heide. So liegt in dem Areal zwischen Colbitz und Letzlingen die Trinkwasserquelle unseres Gebietes mit einem Vorrat von 3,5 Milliarden Kubikmetern Grundwasser.

Im nördlichsten Hartgesteinsvorkommen Deutschlands, dem Areal zwischen Flechtinger Höhenzug bis zum Allertal, finden sich unter anderem Grauwacke, Kupferschiefer, Gips, Muschelkalk, Quarzsand und Rotliegender Sandstein.

Salzvorkommen nicht nur rund um Zielitz

Zu den sogenannten Lockergesteinen zählt der Kies aus dem Elbauengebiet und der Quarzsand, wie er in Walbeck vorkommt. Die Stätten der Bodenschätze sind in der neuen Ausstellung alle mit Fotos dokumentiert, außerdem gibt es in den Schaukästen Gesteinsproben zu bewundern.

Nicht unerwähnt bleiben soll natürlich das große Stein- und Kalisalzvorkommen. Befindet sich doch im nördlichen Teil des Kreises auf der 1000 Quadratmeter großen Scholle von Calvörde das größte bergbaulich nutzbare Kalisalzvorkommen Sachsen-Anhalts. Einen weiteren Salzstock findet man im Allertal. Er erstreckt sich über 50 Kilometer Länge und gut anderthalb bis zwei Kilometer Breite.

Wer nun neugierig ist, auf was für wertvollem Boden er im Bördekreis wandelt, der kann sich in der Ausstellung einen guten Überblick verschaffen. Und das auch am Wochenende. Das Museum öffnet morgen wie immer sonntags von 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr.