Ausräumen – so lautet dieser Tage nicht nur das Motto im Gebäude der Diesterweg-Grundschule vor dem großen Umzug. Ausräumen wollte Schulleiterin Petra Heimlich auch mögliche Bedenken der Eltern und lud deshalb am Wochenende zum Rundgang durch die Ersatzräumlichkeiten für das Umbaujahr.

Wolmirstedt. " Wenn sie Container hörten, dann dachten viele sofort an Enge und Dunkelheit ", beschreibt Petra Heimlich Bedenken der Eltern. " Deswegen sprechen wir lieber von einem Systembau, weil es mit einem Container nicht mehr wirklich viel gemeinsam hat ", erklärte die Diesterweg-Schulleiterin, als sie die Elternvertreter am Sonnabend durch die Räume am Standort der Harnisch-Schule führte. Nach den Winterferien werden die Grundschüler aus der Triftstraße für ein Jahr an der Schule im Wohngebiet Straße der Deutschen Einheit unterrichtet. Für die ersten und zweiten Klassen wurde Räume im Schulgebäude frei gemacht, die dritten und vierten Klassen lernen im Systembau, wo auch der Hort untergebracht wird ( Volksstimme berichtete ).

Die Kinder freuen sich schon auf das Abenteuer Umzug. Und die Eltern waren nach dem Rundgang auch des Lobes voll. " Wir finden hier wirklich optimale Bedingungen vor ", lobte Petra Heimlich, und die Eltern nickten. So wären die Klassenzimmer teilweise größer, die Sanitäranlagen moderner. Das sind natürlich auch Gründe dafür, warum in den nötigen Umbau der Grundschule in der Triftstraße so viel investiert wird.

Während es für den Umbau Fördermittel gibt, zahlt die Stadt die rund 100 000 Euro für die Anmietung des Container-Baus aus dem eigenen Haushalt. " Und zwar, weil wir keine provisorische Lösung, sondern den Kinder ein angenehmes Umfeld schaffen wollten ", erklärte Bürgermeister Dr. Hans-Jürgen Zander, als er am Freitag der Schulleiterin den Schlüssel überreichte.

Manche Klassenzimmer sind sogar schon dekoriert, haben die Lehrer Materialien an den neuen Standort gebracht, um für die Kinder den Start nach den Ferien zu erleichtern. " Am ersten Tag werden wir unseren Schülern zwei Stunden lang das Gebäude zeigen. Wo sie Ansprechpartner finden, Rettungswege, Toiletten und vieles mehr ", so Petra Heimlich.

In der Runde mit den Eltern wurden dann auch noch organisatorische Dinge, wie Essensund Pausenzeiten und vor allem die Schulbusfrage, angesprochen. " Wir hatten Gespräche mit der Busgesellschaft und Vertretern des Landkreises. Dabei hieß es, dass man ab einem Schulweg von zweieinhalb Kilometern ein Recht auf Beförderung habe ", erklärte Petra Heimlich. Sie habe Verständnis, wenn der verlängerte Schulweg besonders bei den Eltern, die mit ihren Kindern im Gebiet hinter den Bahnschienen wohnen, keine Begeisterung auslöse. " Aber uns sind durch die Vorgaben die Hände gebunden. " Aus Gesprächen mit Eltern wisse sie allerdings schon jetzt, dass Fahrgemeinschaften gebildet werden. " Außerdem bitten wir die Eltern nochmal, in Absprache mit den Klassenlehrerin immer nur das in die Mappe zu packen, was auch gebraucht wird. Bestimmte Sachen können in der Schule gelassen werden, damit die Mappe nicht so schwer ist ", gab Petra Heimlich zum Schluss noch einen wichtigen Hinweis in die Runde.