"Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder." So heißt es in einem bekannten Kanon. Und wenn es nach Konstanze Schlegel geht, sollte es nur noch gute Menschen geben. Die Wolmirstedter Kantorin bringt nämlich schon den Kleinsten in verschiedenen Kursen und im Kindergarten die Musik näher.

Wolmirstedt. Während Konstanze Schlegel am heimischen Wohnzimmertisch über ihre musikalischen Projekte spricht, spielt Tochter Paula im Obergeschoss Flöte. Die Kantorin und Leiterin des Gospelchores hat aber nicht nur den eigenen Nachwuchs frühzeitig an die Musik herangeführt, sondern tut das auch mit den Kindern aus dem Storchennest.

Seit November leitet Konstanze Schlegel das Projekt "Musikkindergarten", singt, tanzt und übt mit den größeren Kindern in zwei Gruppen jeweils zwei Stunden wöchentlich an verschiedenen Instrumenten. Ohne Leistungsdruck werden die Kinder spielerisch an das Thema Musik herangeführt, erleben die Freude am Singen und Tanzen. Dabei sollen die Knirpse nicht unbedingt zum Mozart werden, sondern sich ausprobieren.

Und das schon im Babyalter. Denn es ist nicht nur der Herzschlag der Mutter, den die Mädchen und Jungen als ersten Rhythmus ihres Lebens hören konnten. Sondern es sind auch die Stimmen der Eltern, die Spieluhr, die vielleicht während der Schwangerschaft auf den Bauch gesetzt wurde.

Genau bei dieser natürlichen Veranlagung setzt das Projekt "Musikgarten" an, für das Konstanze Schlegel einen speziellen Lehrgang besuchte, der sie als Kursleiterin qualifiziert.

In der kommenden Woche starten nun drei neue Kurse für Kinder im Alter von vier Monaten bis viereinhalb Jahren. Dass man dieses Projekt auch für Babys anbietet, hat einen einfachen Grund: Sind doch gerade die ersten sechs Lebensjahre Forschungen zufolge prägend für die geistige und seelische Entwicklung des Nachwuchses. "Unser Angebot richtet sich – im Gegensatz zur Frühförderung in der Kita – ausdrücklich an Kinder mit ihren Eltern", so die Wolmirstedter Musiktherapeutin, die im "Musikgarten" mit zwei Kolleginnen zusammenarbeitet.

Auch wenn Mama und Papa denken, dass sie nicht singen oder Noten lesen können, sind sie zum Kurs willkommen. "Weil Eltern behaupten, unmusikalisch zu sein, warten sie oft zu lange, ihre Kinder mit Musik vertraut zu machen", hat Konstanze Schlegel be- obachtet.

Die wöchentlichen Treffen, die je zwischen 30 und 45 Minuten dauern und beim CVJM in der Magdeburger Tismarstraße stattfinden, vermitteln den Teilnehmern Rüstzeug, um auch zuhause gemeinsam zu singen oder musizieren. Liederhefte geben Spieltipps und Erzählideen, CDs helfen weiter, wenn einmal die Melodie eines Kinderliedes in Vergessenheit geraten ist. Auch mit Rasseln, Glöckchen, Klanghölzern und Tüchern wird gearbeitet.

Wer wissen möchte, ob die Kurse, die dienstags, mittwochs und donnerstags jeweils zwischen 10 und 17.15 Uhr zu verschiedenen Zeiten starten, etwas für den eigenen Nachwuchs sind, kann kostenlos eine Schnupperstunde besuchen. Für Informationen und Terminvereinbarung steht Konstanze Schlegel und der Telefonnummer (039 201) 2 03 44 oder per E-Mail zur Verfügung: konstanze.schlegel@gmx.net

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