Zielitz. In Angern. Loitsche, Schricke und Zielitz heulten am späten Donnerstag Nachmittag die Sirenen. Kameraden der vier Freiwilligen Feuerwehren rückten nach Zielitz aus. Dort am Alten Schacht drohte das ständig steigende Drängwasser eine Milchviehanlage zu überfluten.

Die Feuerwehrleute teilten sich in zwei Gruppen auf. Während 14 Einsatzkräfte in der Kiesgrube Farsleben lagernde Sandsäcke auf einen Abrollcontainer der Kreisfeuerwehrbereitschaft verluden, verbauten weitere 17 Kameradinnen und Kameraden die Sandsäcke zum Schutz vor dem steigenden Drängwasser.

"Wir benötigen etwa 1500 Sandsäcke, um das Objekt zu sichern", informierte Verbandsgemeindewehrleiter Egbert Fitsch, der den Einsatz leitete.

Schon tags zuvor hatten die Besitzer der Milchviehanlage alle tragenden Kühe sowie Färsen und Kälber nach Loitsche evakuiert, darunter auch die preisgekrönte "Miss Börde". "Die gesamte Anlage mit Melk- und Futtermitteltechnik hat etwa einen Wert von 2,5 Millionen Euro. Dazu kommen die 210 Milchkühe und Futtermittel für rund 400 000 Euro", macht Frank Penkalla von der Radde&Penkalla GbR deutlich, welche Werte die Kameraden verteidigten. Penkalla bedankte sich bei den Feuerwehrleuten, kritisierte aber auch, dass der Einsatz so spät erfolgt sei. "Ich habe schon vor fünf Tagen darauf hingewiesen, dass das Wasser kommt."

"Wir reagieren nicht nach Anfragen, sondern nach Notwendigkeiten", stellte Verbandsgemeindebürgermeister Thomas Schmette klar, "der Einsatz wurde rechtzeitig ausgelöst." Schließlich müsse auch die Kostenseite berücksichtigt werden.

Bilder