Wolmirstedt. Es ist im Leben nun einmal so, man muss seinem Kinde einen Namen (standesamtlich) geben. Seit wann das so ist, das verraten nicht einmal Geschichtsbücher, dennoch werden seit einer Ewigkeit Statistiken geführt. Und die reichen bis weit ins Mittelalter zurück.

"Der Name, in dem Fall der Vorname, aber allein reicht nicht", versichert Ute Dargell vom Einwohnermeldeamt Wolmirstedt mit Blickrichtung Eltern, "man muss sich auch die Geburt beurkunden lassen." Was die Mitarbeiterin damit sagen möchte, dass im Jahr 2010 in Wolmirstedt 70 Kinder, davon 36 Jungen und 36 Mädchen, beurkundet wurden. Der Rekord allerdings stammt aus dem Jahre 2005 mit 135 Geburten, darunter 67 Jungen.

Ein weitaus schwierigeres Thema offensichtlich als die Geburt selbst: Je näher der Tag der Niederkunft heranrückt, desto häufiger stellen sich die Eltern die Frage: "Wie soll er oder sie denn heißen?" Das aber sei vorab angemerkt: Eltern, die einen einzigartigen Vornamen bevorzugen, denen sind in Deutschland allerdings die Hände gebunden. Ein Regelwerk besagt unter anderem, dass ein Vorname eindeutig als solcher erkennbar sein muss. Und das ist gut so, schließlich sollen Vornamen zweierlei leisten.

Sie betonen zum einen die Persönlichkeit und machen zum anderen den Namensträger laut hörbar unverwechselbar. So sollte man zumindest glauben, aber das Leben schreibt eigene Geschichten, pardon, Vornamen, wie nicht zuletzt ein Blick auf die Bestsellerliste unter den Vornamen auch in der Stadt Wolmirstedt zeigt. Die es hier eigentlich so gar nicht gibt. Nur ein Beispiel: Der beliebteste Name 2010 bundesweit bei Jungen ist Leo, bei den Mädchen Mia. In der Ohrestadt zeigt sich die Situation total anders. Bei Leo gibt es lediglich eine Nennung, der Namen Mia wurde im Vorjahr nur zweimal registriert.

Dennoch kann Wolmirstedt mit einem Spitzenwert aufwarten: 72 Geburten – 64 verschiedenen Namen. Das heißt, es gab lediglich vier Doppelungen. Und das bei den Mädchen und zwar die doppelte Emma, Isabella, Lilly und Mia. Dagegen kann es bei den Jungen keine Verwechslung auftreten, wurden doch 36 Geburten 36 verschiedene Vornamen vergeben – von Adrian-Fabrien, über Joshua Finnley bis Vitalij. In die "Topten" der Vornamensbestenliste schafften es Leon, Ben, Fynn und Jonas.