Zu einem bislang wohl beispiellosen Einsatz rückten am Mittwoch insgesamt neun Feuerwehren der Verbandsgemeinde Elbe-Heide aus. Sie verlegten rund zwei Kilometer Schlauch- und Rohrleitungen und installierten mehrere Pumpen, um dem steigenden Wasserstand in Heinrichsberg Herr zu werden.

Heinrichsberg. "Etwa 80 Prozent unserer Einwohner sind von dem enorm angestiegenen Grund- und Drängwasser betroffen. Das Wasser steht in den Kellern, überflutet Straßen und Gärten", skizziert Bürgermeisterin Bettina Seidewitz die prekäre Lage im Elbedorf.

"Nach dem Absinken des Hochwasserpegels der Elbe ist das Grund- und Drängwasser im Ort stark angestiegen", bestätigte Verbandsgemeindebürgermeister Thomas Schmette. So stehe das Wasser im Schmiedeweg bis zu 60 Zentimeter hoch.

Am Mittwochabend waren 73 Feuerwehrleute aus den Wehren Angern, Burgstall, Heinrichsberg, Loitsche, Mahlwinkel, Ramstedt, Rogätz, Schricke und Zielitz in Heinrichsberg im Einsatz. Sie stellten Schlauchverbindungen zwischen den installierten Pumpen und dem Elbufer her, damit das abgepumpte Wasser in den Strom fließen kann.

Den Großeinsatz unterstützte der Landkreis mit B-Schläuchen aus dem FTZ. "Dadurch sind alle eingesetzten Fahrzeuge auch weiterhin voll bestückt und einsatzbereit", bedankte sich Verbandsgemeindewehrleiter Egbert Fitsch, der gemeinsam mit Thomas Nielebock den Einsatz leitet.

Landwirt Klaus Horstmann aus Angern stellte Rohrleitungen zur Verfügung, um zusätzlich Wasser abtransportieren zu können. Aus der Schweinemastanlage van Gennip in Sandbeiendorf kam eine Hochleistungs-Tauchpumpe, die 2,4 Kubikmeter pro Minute fördern kann. "Eine weitere solche Pumpe haben wir von einem Baumaschinenverleiher geholt", so Thomas Schmette.

Elektromeister Michael Tönniges aus Loitsche kümmerte sich um die Elektroanschlüsse für die Hochleistungspumpen. Die Kabel stellte das Zielitzer Kaliwerk bereit. Unterstützung kommt auch von der Heinrichsberger Agrar-Genossenschaft, die rund um die Uhr das Betanken der Einsatzfahrzeuge und Pumpen ermöglicht.

"Außer den beiden Tauchpumpen sind zwei TS sowie das Fahrzeug der Burgstaller Wehr mit seiner Vorsatzpumpe im Einsatz, so dass rund 500 Kubikmeter Wasser je Stunde abgepumpt werden", erläuterte Thomas Nielebock. Zwar sei technisch mehr möglich, doch man wolle behutsam abpumpen, um keine Schäden an Fundamenten und Mauerwerk zu provozieren.

Der Einsatz zeigte bereits erste Ergebnisse. "An dem von uns installierten Pegel im Schmiedeweg ist der Wasserstand seit Beginn der Aktion um fünf Zentimeter gefallen", freute sich Thomas Schmette gestern Mittag. Auch in vier so genannten Referenzhaushalten sinke der Wasserspiegel in den Kellern.

Schmette begründete, warum der Einsatz der Feuerwehren nicht schon eher begonnen hat. "Die Erfahrungen aus dem Hochwasser 2003 haben gezeigt, dass der Grundwasseranstieg abhängig vom Elbepegel ist. Ab einem Pegelstand in Niegripp von 7,50 Metern steigt das Grundwasser kaum noch. Erst dann hat es Sinn, mit dem Abpumpen zu beginnen."

Der Verbandsgemeindebürgermeister rechnet damit, dass der Einatz noch einige Tage dauern wird. Spätestens, wenn die Ohresiele durch den Landebetrieb für Hochwasser geöffnet werden, entspanne sich die Lage in Heinrichsberg.

 

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