Historische Tasteninstrumente, gespielt von drei renommierten, zum Teil weltweit bekannten Musikern, und ein spanischer Tenor sind das Besondere des 1. Internationales Clavierfestivals auf Schloss Hundisburg, das vom 28. bis 30. Mai stattfindet. In sieben Konzerten werden sieben Tasteninstrumente aus verschiedenen Epochen erklingen, kündigt der Organisator, Kantor Matthias Müller aus Rottmersleben, an.

Hundisburg (mb). Das Festival bietet eine fantastische Möglichkeit, einmal in die originale Klangwelt der vergangenen Jahrhunderte zu reisen und die Musik bekannter Komponisten zu hören, wie sie wirklich geklungen hat, wirbt Matthias Müller, selbst anerkannter Musiker, der weitere Virtuosen für dieses einmalige Projekt begeistert hat. Seine Einladung richtet sich nicht nur an Freunde klassischer Musik, zwei Konzerte werden auch für Kinder gemacht. Einfühlsam gestaltet, erleben Kinder die Musik auf besondere Weise.

Prof. Jaroslav Tuma, mehrfacher internationaler Preisträger, wird das Festival mit Mozart und Dusik auf einem wertvollen Hammerflügel eröffnen und ein weiteres Konzert am Sonnabend auf einem berühmten Clavichord spielen. Jenes Clavichord war einst der erste Preis beim weltweit bedeutendsten Improvisationswettbewerb in Haarlem.

Am Sonnabendnachmittag findet das 1. Kinderkonzert statt. Der bekannte Vorleser Erhard Hampel liest für Kinder das Märchen "Der selbstsüchtige Riese" von Oskar Wilde. Der Münchener Grafiker Dieter Hess und Kantor Matthias Müller haben dieses Märchen 1993 für Klavier vertont und mit Bildern versehen. Des Weiteren erklingen schöne, leider unbekannte Kinderstücke für Klavier berühmter Komponisten, die leider selten den Einzug in den üblichen Klavierunterricht finden.

Am Sonnabendabend wird der sevillanische Tenor Pedro Cuadrado einen italienisch– spanischen Liederabend geben. Begleitet von Matthias Müller, erklingen wunderschöne Werke, die nicht von anderen Tenören hoch und runter gesungen werden. Mit seiner lyrischen Stimme singt der charmante Tenor aus Andalusien Werke von Manuel de Falla, Isaac Albeniz, Joaquin Turina und weiteren Komponisten.

In einer Sonntagsmatinee erklingt ein wunderschönes, historisches, französisches Druckwindharmonium der berühmten Firma Debain aus dem Jahre 1855. Prof. Jan van Mol aus Antwerpen, lange Jahre Organist an einer der berühmtesten Orgeln Belgiens, ist Spezialist für dieses Instrument. Neben Originalwerken berühmter Meister wie Cesar Frack erklingt Originalliteratur für Harmonium und Klavier. Dieses Instrumentalduo ist kaum bekannt, doch viele Komponisten haben hierfür Werke geschrieben. Der bekannteste deutsche Meister hierfür war der Leipziger Komponist Sigfrid Karg-Elert. Im Anschluss an dieses Klangerlebnis kann im Schlossrestaurant ein Mittagessen zusammen mit den Solisten gebucht werden.

Am frühen Nachmittag präsentieren alle Musiker im zweiten Kinderkonzert den Klang aller Instrumente. Wie in einem Musikinstrumentenmuseum wird hier der Wandel des Klanges und die Bauweise der Instrumente erklärt. Nicht nur für Kinder sehr interessant und lehrreich. Alle Musiker des Festivals wirken hierbei mit.

Das Abschlusskonzert gibt Prof. Jan van Mol. In ihm erklingt eine Truhenorgel der renommierten Orgelwerkstatt "Orgelbau in Ostfriesland" von Orgelbaumeister Martin ter Haseborg.

Die Schirmherrschaft für das Festival hat Landrat Thomas Webel übernommen, der auch die Veranstaltung eröffnet.

Genaue Informationen über den Ablauf des Festivals, dessen Instrumente und Musiker gibt es per Telefon (03 92 06) 6 20 50 oder im Internet. Matthias Müller rät zu einer Reservierung, besonders für das Clavichordkonzert oder für die Matinee.

www.clavierfestival.de