Meitzendorf ( ska / kd ). Die Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte " Birkenwichtel " in Meitzendorf schlossen vor wenigen Tagen ihr Astronomieprojekt ab. Mit dem Spiegelteleskop von Hobbyastronom Steven Kraft, Mitglied der Beobachtungsgruppe der Schulsternwarte Barleben, wagten die Knirpse unter anderem einen Blick auf die Oberfäche der Sonne. Natürlich war das Erkunden des " Feuerballs " mit dem Himmelsfernrohr bedenkenlos, denn eine spezielle Schutzfolie wirkte vor dem Beobachtungsgerät wie eine starke Sonnenbrille. Über die Darstellung der Größe der Sonne ( 109-facher Erdurchmesser ) und der Temperaturen ( 5700 Grad Kelvin ) auf diesem Stern waren die Kinder voll und ganz angetan, doch ihre Vorstellungskraft für die Entfernung von unserer Erde zur Sonne – sage und schreibe immerhin 152 Millionen Kilometer – ist verständlicherweise noch nicht vorhanden. Auch hätten viele die Sonne gern einmal angefasst, doch dafür braucht man dann wohl doch einen Roboterarm.

Was sie später in der Schule lernen werden : Die Sonne ist ein Fixstern. Das scheint einleuchtend, denn schließlich ist sie der Mittelpunkt unseres Sonnensystems. Neun Planeten kreisen um sie. Das lateinische Wort " fxus " bedeutet soviel wie " fest ". Was fx ist, ist also unbeweglich. Fixsterne stehen fest.

Was die Kinder in der Schule auch lernen werden : Die Sonne ist für das Leben auf der Erde von fundamentaler Bedeutung. Viele wichtige Prozesse auf der Erdoberf äche, wie das Klima und das Leben selbst, werden durch die Sonne und ihre Strahlen angetrieben. Das Alter der Sonne wird auf 4, 5 Milliarden Jahre geschätzt.

Der Blick zum Zentralgestirn war jedoch nur einer von vielen Höhepunkten im Astronomieprojekt. Durch das " Haus der kleinen Forscher " ( Stiftung, die auf spielerische Art und Weise die Begeisterung drei- bis sechsjähriger Mädchen und Jungen an naturwissenschaftlichen und technischen Phänomenen fördert ) wurden die Erzieherinnen um Einrichtungsleiterin Sieglinde Müller auf verschiedene Experimente rund um die Astronomie aufmerksam. Beispielsweise ließen die Kinder Steine auf eine Mehlschicht fallen, um so die Krater des Mondes darzustellen oder bauten aus Strohhalm, Schnur und Luftballon eine Rakete. Die Entstehung von Tag und Nacht sowie der verschiedenen Mondphasen wurde anschaulich mit Tischtennisbällen und Taschenlampe erkundet.

" Ich bin nun seit 30 Jahren im Kindergarten tätig, doch ein solches Projekt hatten wir noch nie ", freute sich Kita-Chefn Sieglinde Müller. " Die Kinder hatten wahnsinnig viel Spaß beim Entdecken, weshalb wir dieses Projekt nun jährlich wiederholen möchten. "

Neben der Astronomie werden in den nächsten Wochen auch Experimente zu Luft und Wasser in der Kindertagesstätte " Birkenwichtel " durchgeführt.