Sommerzeit ist Lesezeit. Einen wahren Schatz an Geschichten und Geschichte birgt die Wolmirstedter Stadtbibliothek auf der Schlossdomäne. Leser, Hörer, Spieler haben zwischen über 30 000 Medieneinheiten die Qual der Wahl. Es hat sich längst herumgesprochen, es werden nicht mehr nur Bücher, sondern auch Gesellschaftsspiele, CDs, Hörbücher, DVDs verliehen.

Wolmirstedt. Und der Bestand wächst. Bibliotheksleiterin Bastienne Schröter zeigt auf zwei übervolle Kisten. " Diese Bücher pfegen wir gerade ein. "

Zu den neuesten Errungenschaften gehören zehn Bände zur deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Wer glaubt, dass sich Spaß und Lernen gegenseitig ausschließen, wird hier eines Besseren belehrt. " In diesen Büchern ist das Material von jungen Historikern populärwissenschaftlich aufbereitet worden. "

Die Bibliothekarinnen kennt den großen Bedarf an Sachliteratur. Selbst wer überhaupt nicht lesen mag, kann sich historisch auch mit Hilfe von DVDs bilden. Persönlichkeiten der deutschen Geschichte wie Barbarossa, Luther und Co sind im vergangenen Jahr im ZDF vorgestellt worden und wer sich diese Filmporträts noch einmal anschauen möchte, fndet sie in der Bibliothek.

Bastienne Schröter ist froh, dass im Stadthaushalt Mittel für Neuanschaffungen vorgesehen sind. " Wir haben auch fast alle Titel der Bestsellerlisten eingekauft ", verrät die Bibliothekschefn, " danach fragen die Leser natürlich sofort. "

Fast tausend Leseratten waren in diesem Jahr schon in der Bibliothek, die meisten davon kommen regelmäßig. " Kein Wunder ", sagt Bastienne Schröter, " schließlich bekommt man bei uns eine ganze Menge fürs Geld. " Ja, das Geld spielt auch eine Rolle. Kostenlose Bibliotheksnutzungen gibt es immer weniger. Doch das ist kein Grund fürs Fernbleiben. Erwachsene zahlen 10 Euro, Familien 15 Euro, Kinder einen Euro, Jugendliche, Azubis, Studenten sind mit 5 Euro dabei. Das sind wohlgemerkt Jahresbeiträge, dafür ist in der Regel nicht mal ein Buch zu haben. "

" Bei uns werden auch unheimlich viele Krimis ausgeliehen ", weiß Bastienne Schröter und kann auch hier auf Neuerwerbungen verweisen. " Henning Mankell und Andreas Franz sind viel gelesene Autoren. " Apropos Autoren. Auch die tauchen ab und an in der Bibliothek auf. Entweder gestalten sie mit ihren Geschichten Kinderveranstaltungen, aber auch beim monatlichen Lesetee gibt es regelmäßigen Kontakt zwischen Schreibern und Lesern. Manchmal stellen die Bibliothekarinnen aber einfach selbst die Neuerscheinungen vor, denn bei der Flut neuer Bücher verlieren Leser leicht den Überblick und sind erfahrungsgemäß für eine Empfehlung sehr dankbar.

Ein Problem gibt es aber dennoch und das sind die Toiletten, die im gesamten Büchertempel einen unangenehmen Geruch verströmen. " Die werden im Herbst komplett saniert ", zeigt sich die Bibliotheksleiterin froh.