Der gestrige Tag bedeutete für viele Wolmirstedter Schüler Beginn und Abschied gleichermaßen. Am letzten Schultag vor dem Start der Sommerferien wurden nicht nur die Viertklässler verabschiedet, sondern auch manch langjährige Kollegin aus dem Kollektiv der Lehrer.

Wolmirstedt. Wasser war am letzten Schultag vor den Sommerferien das bestimmende Element. Die Gutenberg-Sekundarschüler trafen sich traditionell im Freibad zu ihrer Nonsens-Olympiade. An acht Stationen mussten die Kinder Zusammenhalt und Geschicklichkeit beweisen. Heike Lenzner hatte sich die Spiele ausgedacht, deren Sieger noch vor der Zeugnisausgabe in der fünften Stunde mit Süßigkeiten belohnt wurden. Wasser gab es aber auch in Form von Tränen in den Augen mancher Viertklässler, die beispielsweise an der Diesterweg-Grundschule verabschiedet wurden. Nach vier Jahren Grundschule gehen sie nun größtenteils auseinander, wechseln in die Sekundarschule oder das Gymnasium. Zum Abschied gab es für jedes Kind noch eine Zuckertüte.

Die bekam auch Erika Kraft. Einige Jahrzehnte lang hat sie als Horterzieherin und später pädagogische Mitarbeiterin gearbeitet. " Wir kennen von ihr immer nur den Kondensstreifen, wenn sie über die Flure eilt ", gab Diesterweg-Schulleiterin Petra Heimlich eine Eigenschaft der Kollegin preis. Zum Abschied brachten nicht nur die Kinder ein Ständchen, auch ehemalige Kolleginnen begrüßten Erika Kraft mit Geschenken und Gedichten im Klub der Vorruheständler.

Die Verabschiedete versprach, immer dann mal vorbeizuschauen, wenn sie zuhause die Langeweile überfällt. Eine Rückkehr in die Schule – " allerdings ohne zu arbeiten " – kündigte sie schon für den Tag an, wenn die Diesterweg-Schule im neuen Glanz erstrahlt. Das Gebäude soll komplett umgebaut werden. Nur noch das kommende Schulhalbjahr werden die Kinder in der Triftstraße unterrichtet, die Winterferien 2010 sind als Umzugstermin avisiert. Während der Bauphase zieht die komplette Schule in die Christian-Wilhelm-Harnisch Schule um, wo man etwas näher zusammengerückt ist, um den Ausgezogenen auf Zeit Platz zu machen. Zusätzlich werden Systembauten als Klassenzimmer aufgestellt.

Wenn wie geplant 2011 alles fertig ist, wollen auch die gestern verabschiedeten Viertklässler nochmal in der Grundschule vorbeischauen, wo sie lesen und schreiben gelernt haben.