Auf dem Europa-Bauernhof in Deetz ist auch im Winter viel los. In den Winterferien machen Schulkinder in der ländlichen Umgebung Ferien. Sie finden den Kontakt zu den Tieren toll.

Deetz l Das Ausflugsprogramm der Schulklasse aus dem fernen Berlin ist dicht gepackt. 20 Kinder aus einer Berliner Grundschule verbringen im Europa-Jugendbauernhof Deetz einige Tage ihrer Winterferien. Viel zu entdecken gibt es für die Großstädter auf dem Land. Wo die Milch eigentlich herkommt, wollen die Schüler wissen und schauen sich in der Landwirtschaft der Region um.

Das Schullandheim in Deetz ist eines von nur noch sechs Schullandheimen in Sachsen-Anhalt, sagt Chef Ulrich Weimeister. Vor allem Berliner Schulklassen kommen gern in seine Einrichtung auf das Land, um zu erleben, wie es ist, ohne den Großstadtrummel zu leben. Die Ruhe im Dorf genießen die Kinder für einige Tage sichtlich.

Über Tiere verfügt der Jugendbauernhof auch selbst. Im Mittelpunkt steht Pferd Heidi. Die Stute ist nervenstark und ruhig, genau richtig, wenn es um den Kontakt zu Kindern geht. Draußen auf dem Hof wird das Tier gepflegt. Jessica Langner und Maida Möbes kümmern sich um das Wohl der Stute.

Gern lässt sich das Tier auch reiten. Die Kinder lieben das Pferd. Auf dem Hof können sie aber auch lernen, dass ein Pferd nicht nur geritten werden kann, sondern auch Arbeit macht. Rund um das Pferd heißt das entsprechende Programm.

Beim Thema rund um die Milch lernen die Schüler dagegen, wie eine Kuh dazu gebracht wird, Höchstmengen von Milch täglich zu geben. Was sich die Landwirte inzwischen einfallen lassen, damit es den Schwarzbuten gutgeht, erleben die Schüler. Längst ist in der Landwirtschaft Hightech eingezogen. In den vergangenen Jahren haben die Betriebe kräftig investiert. Mit modernen Fuhrparks und modernen Ställen produzieren die Betriebe effektiv. Längst sind auch die Erwartungen an den heutigen Landwirt gestiegen. Er muss sich mit der immer komplizierter werdenden Technik auskennen und sie beherrschen, erleben die Schüler aus dem fernen Berlin bei ihrem Streifzug durch die Betriebe.

Ulrich Weimeister erlebt zurzeit, dass die Nachfrage nach Plätzen auf seinem Jugendbauernhof stetig wächst. Vor allem Schulen aus den Ballungsgebieten suchen nach Abwechslung bei Klassenfahrten für die Schüler.

Spannend ist es für die Schülergruppen, da der Jugendbauernhof die Kontakte zu den Unternehmen der Region vermitteln kann. Daneben bietet der Jugendbauernhof auch noch einiges Potenzial zur individuellen Freizeitgestaltung. Längst nicht nur Schulklassen können den Jugendbauernhof besuchen. Auch Familien buchen das Haus inzwischen regelmäßig, freut sich der Chef. Viele wollen dabei für einige Tage das Landleben genießen. Dabei gehöre es für sie auch dazu, auf dem Bauernhof mit anzupacken und zu helfen.

Durch seine zentrale Lage ist Deetz außerdem ein guter Ausgangspunkt für Tagesausflüge in die Region, schwärmt Ulrich Weimeister. In Zukunft will er den Standort des Jugendbauernhofes auch im Land Sachsen-Anhalt noch mehr bekannt machen. Seine Erfahrung ist, dass zwar viele Einrichtungen aus anderen Bundesländern inzwischen den Bauernhof kennen. In den Nachbarkreisen ist das Schullandheim dagegen bislang noch nicht so bekannt. Dabei würde sich der Ort auch hier für einen Schulausflug lohnen, ist er überzeugt und will an den Schulen besser bekannt werden.