Lindau (pwi) l April, April - zu schön wäre es gewesen, ein Einhornskelett an der Lindauer Burg zu finden. Aber so manch einer machte sich doch Gedanken über was wäre wenn... Einen Kommentar zum Beitrag über den Lindauer Sensationsfund gab es von Heinz-Jürgen Friedrich, dem ehemaligen Zerbster Museumsdirektor. Er meinte, man hätte besser recherchieren müssen. "Einhörner waren äußerst standorttreue Tiere. Sie bewegten sich maximal zwei Meter im Umkreis ihres Standortes. Nicht zuletzt deshalb sind sie ausgestorben. Wer dies weiß, der muss zu dem Schluss kommen, dass ein Sumpfwaldeinhorn höchstens in der Lindauer Nutheniederung gelebt haben könnte, keinesfalls aber oben auf der Burg. Bei dem hier berichteten Fund müsste es sich also um ein Hang- oder Hügeleinhorn handeln", so Friedrich. Dem Lindauer Bürgermeister würde er empfehlen, sich um ausreichend Parkplätze zu bemühen, denn "der Fund dürfte eine kleine Sensation sein und sicherlich die Leute in Scharen nach Lindau locken."

Lindau hat sein Einhorn einzig Holger Specht zu verdanken. Die Idee spukte dem Hobbyarchäologen schon seit den Aprilscherzen des vergangenen Jahres im Kopf herum. Auch bei der Umsetzung gab sich der in der Landwirtschaft tätige Lindauer alle Mühe. Zunächst besorgte er den Pferdeschädel vom Zerbster Fleischer Detlef Starke, unserem Prof. Detlef Ekrats. Das Horn ließ er in mühevoller Kleinarbeit aus Pappe wachsen. Dazu holte er die Grabungsutensilien zusammen. Verbündete fand er in Dr. Jörg Lobedank aus Zerbst, der wie er ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger ist. Als Studentin Lara Anderson heuerte er die 16-jährige Laura Anders aus Lindau an, die den Spaß gerne mitmachte.

Der Dank von Holger Specht geht an das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, an Dr. Barbara Fritsch und Dr. Cornelius Hornig, zum einen für das Equipment und zum anderen dafür, dass es keine Einwände gegen den Aprilscherz gab. Nun bleibt abzuwarten, was der 45-Jährige mit dem Einhornschädel macht. Vielleicht kann er ja noch einem guten Zweck dienen.