Dessau/Zerbst l Das Verhältnis der Ausbildungssuchenden zu den Ausbildungsstellen hat sich ausgeglichen. Dies geht aus dem Ausbildungsmarktbericht hervor, der am Montag von der Arbeitsagentur Dessau-Roßlau-Wittenberg herausgegeben wurde. Er beleuchtet das Ausbildungshalbjahr zwischen Oktober 2013 und März 2014. "Jeder Ausbildungssuchende hat somit eine realistische Chance auf eine Ausbildungsstelle in seinem Wunsch- oder Alternativberuf bei entsprechender schulischen Leistung", schätzt Sabine Edner, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur, die rechnerische Situation auf dem Ausbildungsmarkt ein.

Seit Beginn des aktuellen Berufsberatungsjahres im Oktober 2013 haben sich bislang 1668 Bewerber um eine Ausbildungsstelle bei der Agentur gemeldet. Die Anzahl der Bewerber lag dabei um 31,2 Prozent über dem Vorjahresniveau.

"Die Zahl der Schulabgänger wird sich in diesem Jahr ganz leicht erhöhen", verdeutlich Edner die demografische Entwicklung im gesamten Agenturbereich. "Uns ist es gelungen, mehr Schulabgänger für eine betriebliche Ausbildung zu gewinnen. Außerdem ist es nicht immer zielführend, einen höheren Schulabschluss anzustreben, der sich dann im unteren Mittelfeld befindet, wenn die Jugendlichen doch gute Chancen beispielsweise mit einem Realschulabschluss auf dem Ausbildungsmarkt haben", ergänzt Edner.

Rund 61 Prozent aller Bewerber strebt einen Realschulabschluss an, 19 Prozent verlassen die Schule mit einem Hauptschulabschluss und 14 Prozent absolvieren die Fach- oder allgemeine Hochschulreife.

Der nahtlose Übergang von der Schule in die Ausbildung nimmt weiterhin einen großen Stellenwert ein. Der Anteil der unter 20-jährigen Bewerber liegt bei fast 75 Prozent (1246 Jugendliche). Damit liegt der Anteil unter dem Vorjahresniveau von über 80 Prozent.

Derzeit haben 500 Ausbildungssuchende bereits eine Lehrstellenzusage. Das sind 79 versorgte Jugendliche mehr als im Vorjahreszeitraum.

Von Oktober bis März wurden dem gemeinsamen Arbeitgeberservice 1724 Ausbildungsstellen gemeldet. Das sind 3,4 Prozent weniger als noch im Vorjahresvergleich.

Besonders kleine Handwerksbetriebe melden ihre Ausbildungsstellen erst zu einem späteren Zeitpunkt. "Ich möchte an die Handwerker appellieren, zeitnah ihre Ausbildungsstellen an den Arbeitgeber-Service zu melden, um auch den Jugendlichen diese Angebote in Beratungsgesprächen unterbreiten zu können", so Edner.

Die Jugendlichen haben gute Chancen am Ausbildungsmarkt. Der Wettbewerb der Unternehmen untereinander um die besten Ausbildungssuchenden beginnt früher und wird schwieriger. Die Unternehmen entscheiden sich zeitig, ob sie in diesem Jahr ausbilden. Das zeigt sich deutlich an den besetzten Ausbildungsstellen. Für einen Auszubildenden haben sich bereits 500 Arbeitgeber entschieden. Über alle Berufe betrachtet, kommen auf 100 Bewerber 103 Ausbildungsplätze. Im Vorjahresvergleich entsprach das Verhältnis noch 100 Bewerber auf 140 Stellen.

Im Landkreis Anhalt-Bitterfeld meldeten sich 943 Bewerber für eine Ausbildungsstelle. Davon sind bereits 30 Prozent versorgt. Insgesamt suchen noch 662 Jugendliche einen Ausbildungsplatz ab Sommer 2014.

Von Oktober 2013 bis März 2014 haben die Unternehmen aus Anhalt-Bitterfeld 766 Ausbildungsstellen gemeldet. Das waren 82 mehr als im Vergleichszeitraum 2013. Bisher konnten 195 Ausbildungsstellen für den Ausbildungsbeginn ab August bzw. September 2014 besetzt werden. Arbeitgeber von 571 Ausbildungsstellen sind noch auf der Suche nach Nachwuchs für ihre Unternehmen. Auf 100 Bewerber in Anhalt-Bitterfeld kommen 86 Ausbildungsstellen aus dem Landkreis. Edner verweist verstärkt darauf, auch in Wittenberg und Dessau nach Ausbildungsplätzen zu schauen.