Fünf neue Windkraftanlagen möchte ein Unternehmen nördlich von Straguth errichten. Noch größer als die bisherigen sollen diese werden. Angeboten wird dazu jedoch auch ein Rückbau vier alter Anlagen. Das Vorhaben wurde in Straguth vorgestellt.

Straguth l "Wir beschließen nichts, es geht um Ideen und Anregungen und Ihre Bauchschmerzen", stellte Heike Krüger, Amtsleiterin Liegenschaften und Stadtplanung in Zerbst, der Vorstellung des Projektes Windpark Straguth III voran. Eine Umsetzung macht zudem die Einleitung eines Bebauungs-Planverfahrens notwendig. Doch zunächst wollten Jan Philipp und Yannick Zapf von der Projektentwicklung wpd onshore dem mit sieben Mitgliedern fast vollständigen Ortschaftsrat und interessierten Bürgern - drei an der Zahl - näher erläutern, was auf sie zukommen würde.

Unterm Strich sollen nördlich des Bestandsplanes fünf neue Windkraftanlagen errichtet werden - 120 Meter Nabenhöhe dazu 60 Meter Rotorblätter, mindestens 1000 Meter entfernt von der Bebauung. 2016 sei das optimistische Ziel, erklärten die jungen Ingenieure. Dass die Straguther und Badewitzer nicht in die Hände klatschen, ist klar, denn ihren Unmut über die ständige windabhängige mehr oder weniger starke Geräuschbelästigung brachten die Versammelten sofort wieder zum Ausdruck. Nun will man den Bürgern entgegenkommen. Vier alte Anlagen, obwohl diese noch viele Jahre vor sich hätten, und zwar die am störendsten und der Bebauung am nächsten, sollen zurückgebaut werden. Das soll allerdings erst nach der Inbetriebnahme erfolgen. 2018 wäre der Rückbau dreier Räder denkbar, 2024/25 des vierten. Ein Kompromiss, der für das Unternehmen aber noch wirtschaftlich sein muss. Der Neu- und Rückbau würde weniger Lärm für Straguth bringen und auch eine Verbesserung in der optischen Beeinträchtigung, warben die Planer. Neue Entwicklungen würden die größeren Windkraftanlagen nicht lauter machen, das Blinken der Rotorblätter könnte variabel eingestellt werden.

Wer Zeiten und Bedingungen festlege, wollten sich die Straguther wissen und sich keineswegs an der Nase herumführen lassen. Was mit den Wasservögeln, den Großtrappen und dem Tieffluggebiet sei, wollte man wissen. Naturschutzfragen würden im Zuge des Genehmigungsverfahrens genau geprüft, versicherte Heike Krüger. Die Termine für Rückbau würden im städtebaulichen Vertrag geregelt. Im B-Plan könnten Standorte genau festgelegt werden.

Das Unternehmen wpd bietet den Straguthern noch mehr an. Während die Gewerbesteuer in die große Stadtkasse Zerbst geht, soll ein Teil des Pachtzinses wohltätigen Zwecken zukommen. 1000 Euro pro Anlage würden jährlich an eine im Ort zu gründende Stiftung abgegeben, damit das Geld direkt für das Dorfleben genutzt werden kann. Die Bürger sollen von vergünstigtem Ökostrom profitieren und ihr Geld vorteilhaft in Windsparbriefen anlegen können. Fragen nach einer Absenkung der Grundsteuer als Entlastung für die Bürger, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen wie das Pflanzen von Baumreihen oder Schallschutzfenster können nur im Verlauf der Planungen diskutiert werden. Eine einvernehmliche Lösung wird angestrebt.