Im Heimatkundeunterricht der Klasse 4 b der Astrid-Lindgren-Grundschule dreht sich derzeit alles um den Lebensraum Teich. Ein Gewitter verhindert gestern den Besuch des Schulteichs, aber ihr Wissen konnten einige Schüler schon unter Beweis stellen.

Zerbst l Der Regen prasselten gegen die Fensterscheiben und auch das Grollen des Donners war noch zu hören, als gestern die Heimat- und Sachkundestunde in der Klasse 4 b der Astrid-Lindgren-Grundschule begann. Seit Tagen freuten sich die Mädchen und Jungen darauf, in dieser Stunde ihr gelerntes Wissen rund um den Lebensraum Teich am Schulteich auch praktisch unter Beweis zu stellen.

Doch das Gewitter machte dem einen Strich durch die Rechnung. Dass die Theorie den Schülern jedoch durchaus im Gedächtnis geblieben ist, zeigte in den Ferien ein Badeausflug einiger Schüler an die Kiesgrube. "Da haben wir fast alle Tiere und Pflanzen wiedererkannt, die wir zuvor im Unterricht kennengelernt haben", erzählt ein Schüler. Beispielsweise haben sie die gelbe Schwertlilie erkannt, die Wasserpest und Wasserlinsen. Kaulquappen, Frösche, Muscheln und Libellenlarven haben die Jungs ebenfalls entdeckt.

Den größten Aha-Effekt verursachte in der Klasse jedoch die blaugrüne Mosaikjungfer. "Die gibt es zwar nicht an unserem Schulteich, aber es gibt sie in Deutschland", berichtet Max stolz und schlägt eine Abbildung der Großlibelle in einem Buch nach.

Mit Hilfe zahlreicher Bücher aus der schuleigenen Bibliothek und Gruppenarbeit, haben sich die Schüler noch vor den Ferien die Grundlagen erarbeitet. So galt es herauszufinden, welche Pflanzen am Gewässer oder im Uferbereich wachsen. Ein andere Gruppe widmete sich der Frage, welche Tiere in Ufernähe leben und welche auf oder über dem Gewässer.

"Mir ist es wichtig, den Unterricht lebensnah und mit Freiarbeit zu gestalten", betont Lehrerin Monika Krüger. Dieser Unterrichtsstil kommt bei der 4 b sehr gut an. Die Schüler finden den Unterricht rund um den Lebensraum Teich "total cool".

Sogar die Eltern ließen sich zu Hause mitreißen. Karls Vater, Frank Besener, stellte zum Beispiel eine präparierte Blindschleiche und eine Ringelnatter als Anschauungsobjekte zur Verfügung - sowie Gummistiefel, die leider nicht gebraucht wurden.

Auch der bereits zurecht gelegte Kescher und die Wasserlupen erhielten keinen Einsatz. "Wir hätten mit dem Kescher Tiere und Pflanzen aus dem Teich geholt, sie beobachtet und dann wieder freigelassen", erklärt John-Pierre das eigentliche Vorhaben.

Ob die Exkursion zum Schulteich nachgeholt werden kann, ist fraglich. Der Regen hat den Ausflug bereits zum zweiten Mal verhindert.