Viele Interessenten waren am Mittwoch zur Vorstellung des nachempfundenen Zedern-Kabinetts im Schloss Zerbst gekommen. Dieses war am Tag zuvor gerade fertiggestellt worden.

Zerbst l "Wenn so etwas ist, dann muss man sich das doch anschauen." So, wie es Karl-Heinz Schubert auf den Punkt brachte, dachten offenbar viele Zerbster. Der geschichtlich interessierte Mann war einer von fast hundert Schaulustigen, welche die ersten Blicke in das neu nachempfundene Zedernkabinett im Zerbster Schloss werfen wollte. Geduldig wartete er in der Reihe und hatte sich schon die Fußschoner übergezogen. Denn auch der Boden des "schönsten aller 203 Räume" ist mit Foto-Folie beklebt. An den 4,20 Meter hohen Wänden und der Decke des wieder entstandenen Raumes sind die Bahnen der Folie geklebt. Aus ihren Teilen ergibt sich die Gesamtansicht des einstigen Raumes. Zwei große Spiegel, ein Kronleuchter und die nach dem friderizianischen Rokoko gebauten Möbel vervollkommenen das Bild des Kabinetts - privater Rückzugsraum und Schreibstube der Fürstin Johanna Elisabeth von Zerbst.

Die Nachgestaltung des Kabinetts sei eine lange und komplexe Aufgabe gewesen, erzählte Dirk Herrmann, Vorsitzender des Fördervereins den Besuchern, die nur in Gruppen in das kleine Zimmer geführt werden konnten. Schließlich habe der Raum überhaupt erst wieder geschaffen werden müssen. Die Sicherungsarbeiten ermöglichten, dass die Decke und Fußboden wieder eingezogen wurden. Mit einer Trockenwand wurde die Raumform wieder hergestellt. Von der Präsentation war Dirk Herrmann "einfach nur begeistert", erzählte er der Volksstimme.

"Zum einem vom Ergebnis" des Raumes, der erst am Tag vor der Präsenntation fertiggestellt wurde, "zum anderen von der Resonanz, die ich mir so nicht vorgestellt hatte", fügte er an. Die Besucher, so sei sein Eindruck, seien von der Visualisierung überrascht und begeistert gewesen. "Mehr als eine Visualisierung ist es ja nicht, allerdings denke ich, dass es einen intensiven und genau Eindruck davon gibt, wie das Kabinett einst ausgesehen hat - mit echtem Zedernholz und Versilberung".

Die nächste Möglichkeit, das Zedernkabinett anzusehen, gebe es nach der Winterpause. "Am 19. April eröffnen wir wieder, passend zum 70. Jahrestag der Zerstörung des Schlosses am 16. April", berichtete Herrmann. Dann, so hoffe er, kommen möglichst viele Gäste, um sich das neue Schmuckstück anzusehen und spenden, damit der Verein die nächsten Projekte umsetzen kann.

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