Zerbst l Exakt 46 Zerbster haben bei der Umfrage zur Serie mitgemacht. Und sie alle suchen nach eigenen Angaben gezielt nach regionalen Produkten und kaufen sie danach auch. 86 Prozent der Zerbster ist die Ernährung mit regionalen Produkten wichtig, den restlichen 14 Prozent ist sie eher wichtig. Damit bestätigen sie die Ergebnisse des Ökobarometers 2013 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Hier gaben 92 Prozent der Befragten an, dass sie regionale Lebensmittel bevorzugen würden. Ralf-Peter Weber von der Regionalmarke Mittelelbe machte im Sommer auf diverse Probleme bei der regionalen Ernährung aufmerksam. Die Menschen würden sich zwar für regionale Ernährung inte-ressieren, aber das würde nicht unbedingt in der Bereitschaft münzen, auch regional einzukaufen. Dabei würde zum einen der Preis und zum anderen die zu investierende Zeit dem reinen Regionaleinkauf meist im Weg stehen.

Der Preis spielt beim Einkauf keine Rolle

Diesen Eindruck teilen die Direktvermarkter der Region. "Wir bedienen hier natürlich schon ein höheres Preisniveau, das muss man sich leisten können", sagte Bärbel Warnke vom Ziegenhof Warnke in Lindau. Auch Herbert Wallwitz kann nicht mit den Preisen, die der Supermarkt bietet, mithalten. Allerdings gebe es dort auch nicht die Frische und die kurzen Transportwege, wie bei den Direktvermarktern. Die Teilnehmer der nicht repräsentativen Umfrage der Volksstimme gaben an, dass der Preis beim Einkauf eher keine Rolle spiele. Dieser Ansicht sind 32,6 Prozent der Einsender. Für 28,2 Prozent hingegen ist es wichtig, wie viel ihre Lebensmittel kosten. Gut also, dass regional erzeugte Produkte im Schnitt nicht so viel teurer sind als die aus dem Supermarkt. So kostet ein Kilogramm Forelle bei Hannelore Sachse von der Teichwirtschaft Deetz 9,90 Euro. Das E-Center hält den Preis und zwar auf den Cent genau.

Allerdings ist nicht allein der reine Produktpreis entscheidend, sondern auch der Anreiseweg zu den Höfen. "Ich würde deshalb auch keine Lanze für die Direktvermarktung brechen wollen", erklärte Dr. Dietlind Hanrieder, Chemikerin der Hochschule Anhalt. Es sei unökologisch, wenn alle Bürger zu den Hofläden fahren würden.

Hier schließt sich ein weiteres Problem an: Viele Hofläden liegen gut versteckt in den Dörfern im Zerbster Umland. Ohne eine Recherche im Internet sind sie kaum zu finden. Dafür sind sie, da die Landwirtschaftsbetriebe häufig in der direkten Nachbarschaft liegen, nicht an Öffnungszeiten gebunden. Mit gutem Beispiel voran gehen hier Herbert Wallwitz mit seinem Hofladen direkt an der Bundesstraße 184, Udo Weiß mit seinem Hofladen an der Breite und Janette Starke mit ihrem Fleisch- und Wurstwaren-Geschäft auf der Alten Brücke. Die Umfrageteilnehmer bewerten vielleicht nicht zuletzt aus diesem Grund das Angebot an regionalen Produkten mit sehr gut (19,6 Prozent) und gut (63 Prozent). Die übrigen 17,3 Prozent empfinden das Angebot als befriedigend oder unbefriedigend. Die oben genannten Betriebe bilden außerdem die Produkte ab, die gezielt regional eingekauft werden.

Wer den Weg zu den Direktvermarktern dennoch nicht auf sich nehmen möchte, weil er zu seinen Kartoffeln und der Wurst noch Toilettenpapier benötigt, geht zum Supermarkt. Sowohl bei Edeka als auch bei Kaufland wird Wert auf Produkte aus der Region gelegt. "Der Umsatz an regionalen Produkten steigt kontinuierlich", sagt Alexandra Antonius, Pressesprecherin bei Edeka.

Hohe Qualitätsstandards sind Problem

Allerdings ist es schwierig, regionale Produzenten und Einkaufsmärkte unter einen Hut zu bringen. Die Qualitätsstandards der Märkte sind hoch. "Das ist ja nicht schlimm, aber für uns kleine Direktvermarkter schwierig zu realisieren", sagt Anett de Vries von der Schafsmilchkäserei Jaare aus Lindau.

So lange dieses Problem aber nicht gelöst wird, ist es schwierig mit einer ökologisch sinnvollen, regionalen Ernährung. "Die großen Handelsketten und die regionalen Produzenten müssen besser zueinander finden", erklärt Dr. Dietlind Hanrieder von der Hochschule Anhalt.

Neben all den Schwierigkeiten der Beschaffung und des Preises regionaler Produkte zählt aber vor allem eines: Der Geschmack.

Denn dieser entscheide am Ende über die Kaufentscheidung. Von ihren Kunden hören alle Direktvermarkter, die sich an "Macht die Stadt mich satt" beteiligt haben, nur Gutes.

Und auch die Familien bei der Kindertafel Zerbst konnten sich vom leckeren Geschmack regionaler Ernährung überzeugen. Ihr Urteil: Lecker!

Die Gewinner der Präsentkörbe werden in der kommenden Woche mitgeteilt. Allen, die mitgemacht haben ein herzliches Danke!