Das Weihnachtsfest rückt näher. Für die meisten Kinder gehört der Besuch des Weihnachtsmanns einfach zum Fest dazu. Die Grundschüler in Lindau haben bei ihrem Musical kürzlich gezeigt, wie man den Weihnachtsmann am geschicktesten in seinen Ort lockt.

Lindau l Der Weihnachtsmann scheint gar nicht mehr zu kommen. Schon lange warten die Lindauer Kinder auf seinen Besuch - doch es rührt sich nichts. Dabei hatten sich doch alle auf das Weihnachtsfest gefreut.

Aber: Der Mond kommt den Kindern zu Hilfe - weil er beobachtet, wo der Weihnachtsmann sich gerade aufhält. Passend, dass der Titel des Musicals, das die Grundschüler aus Lindau am Donnerstag im fast voll besetzten Bürgerhaus auf die Bühne brachten, "Der zerstreute Weihnachtsmann" lautet.

Die Organisations-Wichtel des Weihnachtsmanns sind unruhig. Ist ihr Chef vielleicht zu alt für den Job? Oder hat er sich gar verirrt? "Nein", beruhigt der Mond, "er ist in Mexiko." Nicht lange dauert es, bis auch Grundschulkinder und Zuschauer in Mexiko landen, zumindest musikalisch. "Feliz Navidad" tönt es durch das Bürgerhaus. Lange haben der Chor unter Leitung von Margitta Sens und die Theatergruppe von Katrin Kammrad sich auf das Musical vorbereitet - mit Erfolg. Die Lieder gehen ins Ohr, viele im Publikum wippen mit.

Doch so schnell wie erhofft, kommt selbst der Weihnachtsmann nicht von Mexiko nach Lindau. Er landet in den USA.

"Was will er denn da?", fragt eines der ungeduldigen Kinder erstaunt. Der Mond schafft Abhilfe. "Na mit den Kindern Weihnachten feiern." Wieder dauert es nicht lange, bis amerikanische Weihnachtsmusik gesungen wird. Gleiches gilt für Spanien, Frankreich und England, wo der Weihnachtsmann ebenfalls Station macht.

"Das ist zu viel für meine schwachen Wichtelnerven", klagt einer der Organisations-Wichtel, "wann kommt er denn endlich nach Lindau?" Der Mond rät, dass lauter Gesang den Weihnachtsmann mit seinen Rentieren am ehesten anlockt. Also wird gesungen, diesmal auf Deutsch. Und dann, als er endlich da ist, fragt sich der Weihnachtsmann, in welchem Land er überhaupt ist.

Als er von Lindau aus erneut nach Mexiko fliegen will, kommt Verzweiflung bei den Wichteln auf. "Der Weihnachtsmann kann nicht länger Weihnachtsmann sein", findet einer der Wichtel. Der Mond sieht das anders. Die Kinder in Lindau bekämen das Jahr über doch so viele Geschenke, vielleicht könne man auch mal auf den Computer oder die Spielkonsole verzichten. Die Kinder in Mexiko, die freuten sich vielmehr auf den Besuch des Weihnachtsmanns.

Und so endet das erste Musical der Lindauer Grundschule doch noch versöhnlich. Kinder und Zuschauer singen gemeinsam "Kling Glöckchen kling", die vierte Klasse bringt einen umjubelten Lichtertanz auf die Bühne. Und Schul- und Chorleiterin Margitta Sens ist zufrieden. "Alle Kinder möchten auftreten, es gibt sehr viele einsatzbereite Schüler", sagt sie. Und der Weihnachtsmann war auch da, die Kinder sind beruhigt.

   

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