Zerbst l Klar, die Stadtmauer kennen alle. Doch welchen Turm haben wir beim dieswöchigen Heimatfotorätsel gesucht? Der gesuchte Turm nennt sich Halbschalenturm und ist nahe des Wiekhauses an der Stadtmauer. In Zerbst gibt es übrigens zwei Wiekhäuser, was übersetzt soviel wie Wachhaus bedeutet. Das andere befindet sich an der Marienpforte.

Siegfried Schellin aus Güterglück erkannte die richtige Stelle. Auch Annemarie Gründer aus Zerbst wusste, wo sich der Turm befindet. "Früher hat mein Sohn mit seinem Klassenkammerad da immer gespielt. Das war Anfang der 70er Jahre", erinnert sie sich. Frau Gründer vermutet, dass die Halbschalentürme zum Schutz der Bevölkerung und als Wachposten dienten. Damit liegt sie vollkommen richtig. Diese steinernen Wehrtürme sind auf der Rückseite offen. Türme dieser Art wurden zum Beispiel bei Stadtmauern verwendet. Auch Stadttore können in Form eines Schalenturms errichtet sein. Die meisten Schalentürme hatten - so wie unser Beispiel im Heimatfotorätsel - einen halbkreisförmigen Grundriss, es gab aber auch solche mit viereckigem Grundriss.

In der Antike und im Mittelalter boten diese Türme durch ihre Erhöhung über das umliegende Gelände einen Vorteil. Wurfgeschosse erhielten durch die Höhe eine größere Durchschlagskraft. Um den Einsatz dieser Waffen zu ermöglichen, schließen Wehrtürme mit einer offenen oder überdachten Wehrplattform ab, die von einer Brustwehr umgeben ist. Die Mehrzahl der mittelalterlichen Wehrtürme war in eine größere Befestigungsanlage integriert, beispielsweise in eine Stadtmauer oder in den Baukomplex einer Burg.

Für die richtige Einordnung des beim Heimatfotorätsel gesuchten Halbschalenturms wurde Annemarie Gründer aus Zerbst als Gewinnerin eines kleinen Präsentes ausgelost. Der Gewinn kann werktags ab 9 Uhr in der Lokalredaktion Zerbst, Alte Brücke 45, abgeholt werden. Herzlichen Glückwunsch!

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