Der Bauernverband Anhalt hat einen neuen Geschäftsführer. Dr. Ralf-Peter Weber stellte sich beim gestrigen Bauerntag den Mitgliedern vor.

Großkühnau l "Ich möchte in den nächsten zwölf Monaten jeden Betrieb von Ihnen besucht haben." Das sagte der Nachfolger von Heinz Vierenklee. Dieser heißt Dr. Ralf-Peter Weber und ist der neue Geschäftsführer des Bauernverbandes Anhalt. Er stellte sich am gestrigen Dienstagvormittag den Mitgliedern des Bauernverbandes vor. Der 48-Jährige wurde in Augsburg geboren und wuchs in Euskirchen auf. Nach dem Wehrdienst studierte er Landwirtschaft in Bonn, sein Schwerpunkt lag beim Pflanzenbau und Naturschutz sowie bei der Landschaftsökologie. Nach dem Abschluss zog er nach Dessau und bekam eine Anstellung in einem Planungsbüro in Magdeburg. Dort erstellte er Umweltverträglichkeitsstudien für Anlagen, die einer Genehmigung bedürfen. "Ich kenne jede Müllverbrennungsanlage, jede Gasanlage und die großen Tierhaltungsanlagen", betonte er.

Von 2000 bis 2003 promovierte er zum Thema Grünlandbewirtschaftung. Anschließend begann er als Umweltgutachter eine Karriere als Freiberufler. Zwischen 2003 und 2008 war er als Regionalmanager der Wirtschaftsförderung und Tourismus Anhalt GmbH tätig, anschließend war er Koordinator für Biomasseforschung am Agrochemischen Institut Piesteritz. In der Lokalen Aktionsgruppe Anhalt war er zwischen 2010 und 2014 Leadermanager. Nun beerbt er Heinz Vierenklee. Weber tut das mit einer klaren Vorstellung von den Aufgaben seiner neuen Anstellung. Was er für wichtige Tätigkeitsfelder der Geschäftsstelle halte, erklärte er den Anwesenden gern. Neben der Organisation von Fachveranstaltungen und Gremiensitzungen in dem hohen Maße wie bisher, sowie der intensiven, persönlichen Mitgliederbetreuung zählte er auch die Stellungnahmen zu Bodenverkäufen nach dem Grundstücks - und Landes- pachtgesetz, Schutzgebietsausweisungen und Flurbereinigungsverfahren zu den Aufgaben der Geschäftsführung.

Ebenso sollte diese in wichtigen Gremien vertreten sein. Er führte dabei den Agrar- und Umweltausschuss des Kreises, bei dem der Verband regelmäßiger Gast ist und den Wirtschaftsbeirat Dessau-Roßlaus auf, in welchem er als Stadtratsmitglied der Stadt tätig ist.

Er wolle am Image des Bauernverbandes arbeiten. "Vieles wird schon gemacht, aber ich denke, dass wir auch noch ein wenig mehr machen können." So lobte er die Pressearbeit bislang, gab aber auch zu bedenken, dass der Verband keine Webseite habe. "Wir sind ein Unternehmerverband, da kann es nicht schaden, eine eigene Internetseite zu haben", sagte er. Um die Mehrkosten auch für andere aufmerksamkeitswirksame Maßnahmen wie beispielsweise Messearbeit bestreiten zu können, wolle er andere Geschäftsfelder erschließen. Darunter dürfen die ursprünglichen Aufgaben nicht leiden, lenkte er gleich ein.

Neue Projekte und somit Einnahmen zu akquirieren und dafür auch neue Mitarbeiter einzustellen, habe er sich gemeinsam mit dem Vorstand auf die Fahne geschrieben.

Zusatzaufgaben habe jeder Kreisgeschäftsführer im Landesbauernverband. Dort lohne sich ein Engagement auch in den Ausschüssen, erläuterte Weber.

"Wir sind nah dran an den großen Entscheidungen und auch, wenn wir sie nicht immer beeinflussen können, haben wir doch die Informationen", machte er deutlich.