Beim Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) landete Zerbst auf Platz 249 der fahrradfreundlichsten Städte. Insgesamt gaben die Testteilnehmer der Nuthestadt in puncto Fahrradfreundlichkeit nur die Schulnote ausreichend.

Zerbst l Am Mittwoch wurde das Testergebnis öffentlich vorgestellt und Stephan Marahrens, Vorsitzender des ADFC Dessau, lobte erst einmal die Mitmachbereitschaft der Zerbster: "Gemessen an der Einwohnerzahl, hat Zerbst die beste Beteiligung in ganz Sachsen-Anhalt." Nahezu hundert Zerbster hatten an der bundesweiten Befragung teilgenommen. Insgesamt bemängelten die Zerbster die fehlenden Radwege, den schlechten Zustand der vorhandenen Radwege und in der Konsequenz mangelnde Sicherheit. Positiv wurden die gute Erreichbarkeit des Stadtzentrums und die generationsübergreifende Fahrradnutzung bewertet.

Stephan Marahrens ging in seiner Auswertung, zu der auch Bürgermeister Andreas Dittmann (SPD) und Heike Krüger von der Stadtplanung gekommen waren, auf viele Beispiele aus der Stadt ein und beantwortete Fragen der Gäste.

Am häufigsten wurde die Jeversche Straße negativ erwähnt. "Da braucht es Lösungen. Der Platz ist schließlich da, ", erklärte der Vorsitzende des ADFC. Gleich mehrere Probleme gibt es in der Jeverschen Straße. Die Radfahrer bemängeln zum Beispiel, dass auf Höhe von Rephunsgarten der Radweg einfach aufhört. Als gefährlich wurde auch die "wilde Parkerei" vor der Post eingeschätzt.

In der Käsperstraße, wie auch in anderen Straßen, wurden die fehlenden Radverkehrsanlagen bemängelt. Parkende Autos am Rande des Radstreifens machen in der Friedrich-Naumann-Straße den Radfahrern das Leben schwer. "Hier parken die Autos direkt am Radweg. Wenn da mal eine Autotür ruckartig aufgeht, sind Unfälle vorprogrammiert", so Marahrens. Bürgermeister Dittmann dazu: "Hier hat man aber auch die Anwohner, die ihre Autos nun mal direkt vor der Wohnung parken wollen. Da müssen wir nach einem Kompromiss suchen."

Der ADFC-Experte sagte, dass das Radfahren im Mischverkehr, also Radfahrer und Autofahrer gemeinsam auf der Fahrbahn, statistisch am sichersten sei. "Ich weiß aber, dass sich viele dabei unsicher fühlen", so Marahrens.

Als gefährlich schätzte er auch die Zweirichtungsradwege, vor allem in der Stadt, ein. In Zerbst gibt es diese zum Beispiel in der Dr. Martin Luther-Promenade. "Da passieren statistisch viele Unfälle", sagte er.

Auch die Führung für Radfahrer an Kreuzungen sei in der Stadt nicht überall ideal. Als Beispiele wurden die Pulspfordaerstraße und die Heide-Kreuzung genannt.

Abschließend sagte Marahrens: "Probleme in der Verkehrsführung motivieren weniger Leute auf das Rad zu steigen."

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