Steutz. " Ist ja geil. Jetzt habe ich schon zwei Arten von Krebsen ", ist Benjamin begeistert. Kurz darauf taucht er den Kescher schon wieder in die wassergefüllte Senke inmitten des Auenwaldes. Unweit der Elbe haben die Junior-Ranger der Steutzer Grundschule an diesem sonnigen Dienstagmittag ihre Forschungsstation aufgeschlagen. Die sieben Mädchen und Jungen der dritten und vierten Klasse wollen die Unterwasserwelt des Tümpels untersuchen, der bald wieder verschwunden sein wird und in dem es dennoch nur so von Leben wimmelt.

Köcherfliegen, Mückenlarven und Wasserskorpione entdecken die Kinder in dem nassen Biotop. Ihr Hauptaugenmerk gilt jedoch den Urzeitkrebsen. " Die Tiere gibt es seit 300 Millionen Jahren. Sie sind älter als die Dinosaurier ", erzählt Axel Zehle den staunenden Schülern. Der Naturwacht-Mitarbeiter des Biosphärenreservates Mittelelbe leitet die Arbeitsgemeinschaft, deren wissbegierige Mitglieder sich alle zwei Wochen treffen, um für zwei Stunden in die Geheimnisse der Natur einzutauchen. Dann befassen sich die Nachwuchsforscher mit Igel, Fuchs und Wolf, bauen Grasboote oder unternehmen abendliche Wanderungen zu den Fledermäusen. Wochenend-Exkursionen runden die Ausbildung zum Junior-Ranger ab.

Heute nun erfahren die Drittund Viertklässler, dass die resistenten Dauereier der Urzeitkrebse bis zu 50 000 Jahre lang im Boden liegen können. Ein wenig Wasser genügt und sie entwickeln sich. " Zwei Wochen reichen zum Schlüpfen und Absterben ", erklärt Axel Zehle, bevor sich die Kinder mit Keschern und Becherlupen bewaffnet auf den Tümpel stürzen.