Annegret Mainzer unterrichtet seit Dezember russische Schüler in Moskau in der deutschen Sprache. Das Fazit des ersten Aufenthaltes: schön, aufregend und interessant.

Zerbst l Mit einer Vorstellung vor ihren zukünftigen Schülern und deren Eltern begann für Annegret Mainzer am 7. Dezember ein neues russisches Abenteuer. In dem kreativen Kinderzentrum "Das Schild" in Moskau unterrichtete Annegret Mainzer 15 Jungen und Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren in der deutschen Sprache.

"Die Kinder lernen dort nach der Schule weiter. Es gibt Angebote in der Verkehrserziehung, Pfadfinder, der Kunst und eben der Sprache", erklärt die Zerbsterin. Deutsch und Englisch können die Kinder dort lernen. "Zuerst habe ich mich und meine Heimat Zerbst und Anhalt vorgestellt", erklärt Mainzer. Dem ersten Beschnuppern folgten dann jeden Tag drei Stunden Deutschunterricht für die Schüler.

Mit Annegret Mainzers Tätigkeit wird das Sprachangebot Deutsch in diesem Zentrum neu aufgebaut. Zuvor sind eher landestypische Inhalte vermittelt worden. Nun steht Sprachunterricht im Vordergrund. "Die Schüler waren sehr interessiert. Einige haben bereits Grundkenntnisse, andere nicht. Doch die Größe der Gruppe lässt ein gutes Arbeiten zu."

Schnell ist auch eine Idee geboren worden, die der Unterstützung der Zerbster bedarf: Die russischen Schüler wollen im Sommer Zerbst besuchen. "Da sich eine Sprache am besten durchs Sprechen lernt, wollen wir die Mädchen und Jungen bei Gastfamilien unterbringen." Wer einen Schüler aufnehmen möchte, möge sich bei Annegret Mainzer melden. Der genaue Aufenthaltstermin steht noch nicht fest. "Es wird aber im Juni sein."

Den Aufenthalt in Russland nutzte Annegret Mainzer auch, um bestehende Kontakte aufzufrischen. Sie traf beispielsweise den Historiker Dr. Evgeny Pchelov, der das Insitut für Geschichte an der russischen staatlichen geisteswissenschaftlichen Universität Moskau leitet, und den sie bereits 1996 auf einer Konferenz über Katharina die Große kennenlernte. "Ich hatte Material aus Zerbst mitgebracht, über das Schloss und was sich rund um Katharina entwickelt hat." Angedacht ist nun, diese Fakten den Studenten in einem Seminar näherzubringen.

Des Weiteren wird ein von ihr verfasstes Manuskript über die Geschichte Anhalts für russische Leser durch die Moskauer Adelsversammlung, eine gemeinnützige Gesellschaft, verlegt. "Wir wollen das Buch in diesem Jahr präsentieren", erklärt sie. In der Zeitung der Gesellschaft erhält sie zudem eine eigene Kolumne, in der sie regelmäßig über die Entwicklungen in Zerbst informiert.

Und nicht zuletzt hat die Zerbsterin ein Grußwort des Zerbster Bürgermeisters Andreas Dittmann dem Bürgermeisters von Lobnya bei Moskau übermittelt. "Dort gibt es eine Außenstelle des Kinderzentrums. Ein persönliches Treffen mit dem Bürgermeister kam leider nicht zustande, aber das Grußwort hat ihn erreicht."

Im Februar wird Annegret Mainzer erneut nach Russland reisen. Dann für zwei Wochen. "Ich kenne jetzt die Begebenheiten, die Ausstattung, den Ablauf und weiß, dass der Aufwand sich lohnt." Während dieser Reise werden auch weiter Details des Deutschlandbesuchs ihrer Schüler geklärt.

Bei Interesse ist Annegret Mainzer unter (01 62) 1 84 49 30 oder per E-Mail unter anne.mainzer@googlemail.com erreichbar.