Magdeburg l Auch wenn die Fontäne auf dem Ulrichplatz für den Winter versiegt ist - Ruhe ist hier nicht eingekehrt. Vielmehr ein geschäftiges Treiben von Baufirmen und Gastro-Einrichtern. Der Grund: In zwei seit Jahren leerstehenden Bereichen werden in den kommenden Monaten Lokalitäten einziehen.

Magdeburger waren bei Besuch in Braunschweig angetan


Die größere von beiden: Vapiano. Ähnlich wie beim benachbarten Alex handelt es sich bei ihm um einen Systemgastronomen (siehe Infokasten). Franchisenehmer für Magdeburg ist Nazim Türkmen, der bereits seit fünfeinhalb Jahren in Braunschweig und seit einem Jahr in Wolfsburg mit Vapiano Erfahrungen sammelt. Im Gespräch mit der Volksstimme sagt er: "In Braunschweig habe ich es immer wieder erlebt, dass Gäste aus Magdeburg zu uns gekommen sind und sich wohl gefühlt haben. Das ist doch ein gutes Zeichen dafür, dass die Idee auch hier funktionieren kann."

Nach seinen Besuchen in der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt scheint der Optimismus noch gewachsen zu sein: "Magdeburg ist eine Stadt im Aufbruch, das ist deutlich zu spüren. Und hinzu kommt natürlich die tolle Lage für das Restaurant am Ulrichplatz."

Bis sich allerdings die Menschen den Eröffnungstermin in den Kalender eintragen können, wird es noch ein paar Monate dauern.

Fast 900 Quadratmeter im Innenbereich


Denn Vapiano Magdeburg braucht Platz. Um genau zu sein: Es geht um fast 900 Quadratmeter über zwei Etagen im Innenbereich, dazu gibt es auch eine Terrasse, die sich in Richtung Springbrunnen erstrecken wird. Drinnen jedenfalls sind derzeit die Arbeiten zur Entkernung der ehemaligen Spielbank im Gange, berichtet Nazim Türkmen. Danach geht es nicht allein darum, die Räume entsprechend den gestrengen und mehr als 300 Seiten umfassenden Vorschriften von Vapiano einzurichten. Bislang gibt es nämlich noch keinen geeigneten Durchbruch zwischen den beiden Etagen. Die Arbeiten an diesem können erst nach der Entkernung beginnen.

"Ich rechne damit, dass wir im Herbst oder gar erst im Winter eröffnen können", gibt sich Nazim Türkmen vorsichtig mit Prognosen für einen Eröffnungstermin. Fest steht indes bereits, dass in seinem neuen Betrieb in Magdeburg etwa 70 Mitarbeiter Lohn und Brot finden sollen.

Gelato Mio will bereits im März eröffnen


Der kleinere der beiden neuen Gastronomiebetriebe: Gelato Mio. Inhaber ist Paulo Alves, und er sagt: "Wir werden mindestens sieben neue Mitarbeiter einstellen, wenn das Geschäft gut läuft vielleicht sogar mehr." Die Eröffnung der unteren Etage soll bereits bis spätestens 12. März erfolgen. In den kommenden Monaten erfolgt bei laufendem Betrieb schon die erste Erweiterung. Seit September arbeitet Paulo Alves bereits an den Vorbereitungen für das neue Bistro und Café, seit Januar wird intensiv an der Neugestaltung der Räume gearbeitet.

Doch bei aller Euphorie: Verträgt die Innenstadt so viel Gastronomie? Nehmen sich die Gastwirte nicht gegenseitig die Gäste weg? Nazim Türkmen rechnet eher damit, dass alle von der Vergrößerung des Angebots profitieren werden: "Die Gesamtheit der Gastronomen wird dafür sorgen, dass die Innenstadt noch attraktiver wird für die Gäste." Das bedeutet auch: Er rechnet damit, dass hier vielleicht sogar eine Art Gastroviertel entsteht, in das die Menschen in großer Schar und gezielt kommen, um sich ein passendes Angebot zu suchen.

Paulo Alves sieht das ebenso: "Die Angebote unterscheiden sich durchaus. Wir werden einander - auch mit den bereits bestehenden Einrichtungen in der Umgebung - ergänzen und so sogar voneinander profitieren." Dies so Nazim Türkmen sei durchaus kein Neuland - für sein Restaurant in Wolfsburg hatte er eigens einen Standort in Nachbarschaft anderer Gastronomen gesucht.

Neuer Platz für Spielbank am Pfahlberg im Gespräch


Mit dem Umbau werden im Ulrichshaus indes auch Tatsachen geschaffen, dass sich an dieser Stelle nicht wieder Glücksritter versuchen werden. Nach der Pleite der sachsen-anhaltischen Spielbanken im Mai 2011 hatte nicht festgestanden, ob es überhaupt wieder eine Vergabe von Spielbank-Lizenzen zwischen Altmark und Burgenlandkreis geben solle. Vor einem Jahr wurde bekannt: Die Merkur Spielbanken Sachsen-Anhalt GmbH Co. KG kann in der Landeshauptstadt und in Günthersdorf südöstlich von Halle ihre Einrichtungen aufbauen. Was Magdeburg angeht, so wird derzeit nach Volksstimme-Informationen über einen Standort am Pfahlberg im Norden der Stadt verhandelt.

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