Magdeburg l Das Zirkusmuseum in Buckau sucht eine neue Bleibe. Die bisher genutzte Villa wird vom Eigentümer Abtshof ab März als Verwaltungssitz benötigt. Ob und wo das letzte Zirkusmuseum Deutschlands eine neue Heimstätte findet, ist offen.

Clowns müssen umziehen

Zwar handelt es sich nur um eine Puppe, die da im Zirkusmuseum die letzten Besucher begrüßt. Doch wäre sie ein Zirkusfreund aus Fleisch und Blut, so würde ihr das Lachen wohl vorerst vergehen. Derzeit packen die Mitarbeiter des deutschlandweit letzten Zirkusmuseums Kisten und verstauen 50000 Exponate.

Gerhard Mette, Gründer, Nestor und Museumschef im Ehrenamt, bestätigt: "Ja, es stimmt, wir müssen ausziehen. Weil wir keine neue Bleibe haben, verpacken wir erst mal alle Ausstellungsstücke."

Das Aus in der früheren Unternehmervilla der Maschinenfabrik Wolf kommt allerdings nicht überraschend. Als das Gebäude auf dem Gelände des Abtshofes 2007 mit Fördermitteln saniert wurde, gab es die Auflage einer mindestens fünf Jahre andauernden öffentlichen Nutzung. Dieser Verpflichtung ist der Abtshof nachgekommen.

Auf der Suche nach einer neuen Bleibe

Mehr noch: Das Unternehmen stellte den Zirkusfreunden 2008 die sanierte Villa befristet zur Verfügung und ließ sie zum Selbstkostenpreis darin agieren. Darüber hinaus unterstützte die Likörfabrik das Museum an vielen weiteren Stellen. Auch andere Vereine nutzten die Räume, unter anderem die GWA Buckau.

Jetzt allerdings wird die Villa von Abtshof selbst benötigt. Gideon Nissenbaum, Geschäftsführender Gesellschafter, erklärt: "Wer den Abtshof kennt weiß, dass die Räume unserer bisherigen Verwaltung noch DDR-Charme besitzen. Wir brauchen deshalb dringend Büros, in denen wir Kunden und Geschäftspartner angemessen empfangen können. Dafür ist die Villa vorgesehen."

Mette ist deshalb mit seinen Zirkusfreunden schon seit rund einem Jahr auf Suche nach einer neuen Bleibe, aber noch nicht fündig geworden. Rund 1000 Quadratmeter Fläche in einem für die Öffentlichkeit gut erreichbaren Gebäude zu tragbaren Mietkonditionen sind dabei die einzigen Bedingungen. Ideen wie Angliederungen ans Puppentheater oder das Technikmuseum zerschlugen sich jedoch.

Fördergelder könnten helfen

Kulturbeigeordneter Rüdiger Koch: "Wir schätzen sehr die Arbeit des Museums und werden wie bisher die Standortsuche unterstützen. Eine Übernahme des Museums in städtische Trägerschaft kommt jedoch nicht in Frage. Einer Projektförderung würden wir aber aufgeschlossen gegenüberstehen und bei Bedarf beim Wiederaufbau mit unserer Museumskompetenz helfend zur Seite stehen."

Museumschef Mette muss indes vorerst zur Kenntnis nehmen: "Es gibt zwar Angebote, aber die können wir bei Mietkosten von bis 3000 Euro im Monat natürlich nicht tragen." Um eine Lösung zu finden, sind weitere Gesprächsrunden zwischen Mette, Dieter Steinecke als Vorsitzendem des Fördervereins Zirkusmuseum sowie Vertretern der Stadt und Wohnungsgesellschaften geplant. Einen Termin gibt es noch nicht. Bis dahin hält der Zirkus um die Standortsuche für das letzte Museum seiner Art an - Ausgang offen.