Magdeburg l Mit ihren gelben Weste stechen sie im morgendlichen Berufsverkehr heraus: die 35 sogenannten "Verkehrshelfer". Sie nehmen damit im wahrsten Wortsinn eine Sonderstellung ein. Denn so auffällig wie die Verkehrshelfer sind ihre "Kunden" nicht immer im Straßenverkehr unterwegs. Kinder aus den Grundschulen verschwinden schnell mal hinter einem parkenden Auto und werden zu spät gesehen.

Morgens herrscht Hochbetrieb in den engen Altstadtstraßen

Damit das nicht passiert, hatte die städtische Gesellschaft für Arbeit, Qualifizierung und Beschäftigung (AQB) ein Programm aufgelegt mit zwei Nutznießern. 35 langzeitarbeitslose Magdeburger erhielten eine verantwortungsvolle Aufgabe - und Tausende Schulkinder Hilfe beim sicheren Weg zur Schule. Wladimir Brese und Iris Bergemann stehen beispielsweise jeden Morgen als Verkehrshelfer mit einer leuchtend gelben Warnweste an der Straßenkreuzung Leibnizstraße/Bölschestraße vor der Grundschule Hegelstraße. Hier in den engen Altstadtstraßen ist ihre Hilfe besonders wichtig. Zwischen 7.30 Uhr und 8 Uhr ist Hochbetrieb. Autoverkehr, Radfahrer, Fußgänger - alle wollen sicher die Straßen passieren. Gut, dass die Verkehrshelfer eingreifen und entweder Autofahrer oder Schüler oder im Notfall beide stoppen, wenn Gefahren drohen.

Allerdings: Gefahr droht auch von einer anderen Seite. Was passiert, wenn das Projekt "Verkehrshelfer" Ende April ausläuft? Fallen dann die "gelben Engel" an den Straßenkreuzungen ersatzlos weg und müssen sich die Kinder wieder allein den sicheren Weg zur Schule bahnen? Lange Zeit war die Frage ungeklärt, auf die es jetzt aber eine positive Nachricht gibt. "Wir haben einen Vorbewilligungsbescheid erhalten, sodass es ab Mai mit den Verkehrshelfern vor den Schulen weitergehen kann."

Personal wechselt, Helfer gehen zurück in Arbeitslosigkeit

Zwei Wermutstropfen gibt es jedoch trotzdem. Die neue Maßnahme muss auch mit neuen Personen fortgesetzt werden. Das bedeutet leider für viele der 35 bisherigen Verkehrshelfer wieder den Weg zurück in die Arbeitslosigkeit. Und: Für die neue Maßnahme "Aktiv zur Rente" wurden nur 30 Plätze bewilligt und damit fünf weniger als bisher. Für die Schulen soll das aber so wenig Auswirkungen wie möglich haben, sagt AQB-Geschäftsführerin Alexandra Rießler: "Wir werden die Gruppen der Helfer anders aufteilen, so dass es keine Nachteile für die Schüler gibt. Bisher stehen die Helfer vor 13 Schulen." Das solle nach Möglichkeit auch mit der neuen Maßnahme bleiben, wenn der Mai alles neu macht - auch den Verkehrshelfereinsatz vor Magdeburger Schulen.