AlteNeustadt l Weit über die Stadtgrenzen hinaus sorgten die vergangenen Kunstfestivals des Kulturanker e.V. für Furore in der Szene: die "Besetzung" des Salomon-Hauses in der Guerickestraße, die Belebung des Altstadt-Krankenhauses mit "Romantik 2.0" und im vergangenen Jahr dann das TGA-Gebäude in der Sieverstorstraße als "Mystique"-Event. Die mehrwöchigen Ausstellungen internationaler und lokaler Künstler an vormals toten Orten zogen die Massen an.

Nun also "Olo Bianco", das weiße Wissen. 2014 läuft einiges anders. Statt in einem großen Objekt mit vielen kleinen Räumen, in denen die einzelnen Künstler ihre Werke ausstellen, wird in diesem Jahr der Speicher B in der Otto-Hahn-Straße im Wissenschaftshafen zur Bühne für Performancekünstler. "Kunst als Religion" lautet das große Thema. Ziel ist es, "das wissenschaftliche, kulturelle und zivilisatorische Wissen um die Entwicklung der Menschheit als Gesamtensemble durch verschiedene Sparten der Kunst zu thematisieren und kreativ umzusetzen". "Es geht darum, dass diesmal Künstler nicht ihre Werke, sondern sich selbst ausstellen", erklärt Kurator Dr. Karsten Steinmetz.

Am vergangenen Wochenende waren die Kulturanker-Leute in Berlin, um sich mit dem Künstlerkollektiv "Volksluxus" auszutauschen. "Die haben im September ein eigenes Festival und da schauen wir, ob wir einige der internationalen Künstler auch nach Magdeburg lotsen können", sagt Steinmetz.

Bis zum kommenden Donnerstag, 31. Juli, können sich noch Solokünstler oder Gruppen aus den Bereichen Performance, Tanz und Theater beim Verein bewerben, um einen Platz im Festivalprogramm zu ergattern. Verpflegung und eine Unterkunft für drei Nächte stellt der Verein zur Verfügung. Vom 4. Oktober bis 2. November wird die Speicherhalle jeweils von Donnerstag bis Sonntag bespielt, am Wochenende schon ab 12 Uhr. An fünf Wochenenden gibt es so 20 einzelne kunstvolle Episoden. Genug Zeit also für viele verschiedene Einflüsse.

Einschränkungen bei der Bühnenshow gibt es im Prinzip nicht. Musiker, Literaten, Schauspieler - alle können auftreten. "Es geht letztendlich darum, dass die Leute, die herkommen, einen wunderschönen Tag hier verbringen können", sagt Steinmetz.

Dass das diesjährige Performance-Festival eine Nummer kleiner als die bisherigen Veranstaltungen der Reihe "Kabinett der Künste" ist, glaubt er nicht. "Es ist eine andere Ausrichtung, eine andere Version", formuliert er es.

25 Künstler sind bereits dabei, Großskulpturen für die noch leere "Kunsthalle" zu erschaffen, die ohne die Unterstützung des Eigentümers, der Grundtec GmbH, gar nicht zur Verfügung stehen würde, wie Steinmetz betont. Ab September wird dann vor Ort das "Olo Bianco"-Festival vorbereitet.

Für 2015 haben die Kulturanker-Leute übrigens wieder eine "traditionelle" Großausstellung für ihre "Kabinette der Künste" geplant. Wo die stattfinden wird, verraten sie noch nicht. Nur dass es ein "unglaublicher Ort" sei, war schon zu erfahren. Außerdem gilt es schließlich nun erst, das "weiße Wissen" zu erlangen.

Kontakt für interessierte Künstler und Freiwillige, die beim Festival helfen wollen, unter kontakt@kulturanker.de.