Magdeburg l Die Suche nach einem geeigneten Standort für eine neue Moschee für die Islamische Gemeinde in Magdeburg gestaltet sich weiterhin sehr schwierig.

Zur Erinnerung: Die etwa 400 Muslime in Magdeburg müssen sich zurzeit in einem heruntergekommenen Gebäude an der Weitlingstraße zum Gebet und zum Gemeindeleben treffen. Nicht selten finden nicht alle Gläubigen zum Freitagsgebet und müssen von draußen aus teilnehmen. Die rund 280 Quadratmeter große Baracke ist in einem schlechten Zustand. Die Fenster des der Wobau gehörenden Gebäudes sind mehr als defekt und fallen schon von selbst heraus, die elektrischen Anlagen sind veraltet und die Außenwände sind nicht isoliert. Dieser Zustand und der dramatische Platzmangel hat die Gemeinde schon 2005 dazu veranlasst, ein neues Gebäude für ihre Moschee zu suchen.

Über 130.000 Euro konnten dafür unter den Magdeburger Muslimen bereits gesammelt werden - allerdings erfolglos. 23 Versuche, ein geeignetes Objekt in der Stadt zu finden, sind bis jetzt gescheitert. Seit 2009 hat die Islamische Gemeinde die Stadt um Hilfe gebeten. Auch in dieser Hinsicht scheitern alle Versuche, einen Moschee-Standort zu finden.

Im vergangenen Frühjahr kam dann allerdings Bewegung in die Sache. Der Stadtrat schaltete sich ein und beschloss in der Juli-Sitzung, die Muslime bei ihrer Suche deutlich mehr zu unterstützen. Sogar das Amo, die Hyparschale und eine Buckauer Sporthalle wurden als Moscheen ins Gespräch gebracht. Indes, eine Lösung des Problems ist nicht in Sicht.

Am 31. Juli trafen sich OB Lutz Trümper und Moawia Al-Hamid, der Vorsitzende der Islamischen Gemeinde, zu einem Gespräch. Dabei ging es unter anderem um eine Nutzung der Sporthalle in der Bandenburger Straße. Zum Freitagsgebet könne die Gemeinde die Halle nutzen, allerdings auch nur dafür, eine komplette Überlassung des Gebäudes sei nicht möglich. Das ist für die Magdeburger Muslime keine Lösung, da sie jeden Freitag für 400 bis 600 Gläubige die Halle herrichten müssten, was mehrere Stunden in Anspruch nehmen würde, so Moawia Al-Hamid.

OB Trümper übergab dem Gemeindevorsitzenden während des Treffens eine Liste mit acht Standortvorschlägen, die aus dem Internet recherchiert worden waren. "Wir warten jetzt auf eine Antwort auf diese Standortvorschläge", sagte Trümper.

Für den Gemeindevorsitzenden war diese Liste eher eine Enttäuschung. "Wir hatten die Standorte auch selbst schon im Internet gefunden", sagte Al-Hamid. Auch habe man die Standorte untersucht, etwas Brauchbares sei leider nicht darunter gewesen. Ein Objekt auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik in der Halberstädter Straße habe sich die Gemeinde näher angesehen, die Gespräche scheiterten aber am Kaufpreis (400.000 Euro). Das sei das Gebäude bei weitem nicht wert gewesen. Natürlich werde man intensiv weiter nach einem Standort für eine Moschee suche, aber "die Frustration in der Gemeinde ist schon sehr hoch", sagt ihr Vorsitzender. Auch hätte man sich doch mehr Unterstützung von der Stadt gewünscht, als "eine Immobilien-Liste aus dem Internet", beispielsweise durch eine aktive Förderung, wie etwa für die jüdische Synagogengemeinde oder seinerzeit für die russisch-orthodoxe Gemeinde.

Dazu sagte OB Trümper, dass die Stadt Religionsgemeinschaften beim Bau ihrer Gebetsräume nicht fördern dürfe. Für die Synagogengemeinde und für die russisch-orthodoxe Gemeinde habe die Stadt lediglich die städtischen Grundstücke freigehalten. Von der russisch-orthodoxen Gemeinde habe die Stadt letztendlich das Grundstück zurückgefordert, da deren Kirchenbau gescheitert sei. Mit der Synagogengemeinde werde man über das Grundstück verhandeln, wenn das Konzept für eine neue Synagoge stehe.

Ein Problem der Islamischen Gemeinde sieht Trümper in deren finanziellen Mitteln. "Es ist eigentlich unmöglich, für rund 130.000 Euro eine größere Immobilie in der Innenstadt zu finden." Auf jeden Fall werde die Stadt aber weiterhin die Islamische Gemeinde bei ihrer Standortsuche unterstützen, sagte Trümper.