Magdeburg (ad/mf) l Für den 17. Januar wurden laut Polizei bislang 15 Demonstrationen angemeldet. Darunter seien keine aus dem rechten Spektrum. Damit ist weiter unklar, was die Neonazis im Januar planen.

Am 16. Januar jährt sich die Bombardierung Magdeburgs zum 70. Mal. Es wird damit gerechnet, dass Rechtsradikale wieder durch die Landeshauptstadt ziehen werden. Daher rufen etwa die Organisatoren der "Meile der Demokratie" dazu auf, am 17. Januar den städtischen Raum mit friedlichen Aktionen zu besetzen. Szenekenner spekulieren nun darüber, ob Rechtsradikale überhaupt am 17. Januar demonstrieren werden.

Unterdessen existiert im Internet ein Magdeburger Ableger des Dresdener Bündnisses "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes ("Pegida"). Unter dem Titel "Magida" wird auf Facebook zu einem "Spaziergang" durch die Landeshauptstadt Anfang Januar aufgerufen. In Dresden gibt es seit Wochen solche "Spaziergänge" gegen eine angebliche Islamisierung Deutschlands.

Zum jetzigen Zeitpunkt könne man die Ernsthaftigkeit der "Magida"-Seite noch nicht einschätzen, heißt es von der Polizei.

Ähnlich sieht das David Begrich, Extremismus-Experte des Vereins Miteinander. "Das Potenzial ist da. Im Moment sehen wir aber nicht, dass sich da etwas wie in Dresden formiert", sagte er. Zugleich warnte der Extremismus-Experte davor, die gesamte Pegida-Bewegung mit der "Nazikeule" zu bearbeiten. "Man muss diese Entwicklung ganz genau analysieren." Neonazis seien bei dieser Bewegung nicht die führenden Akteure.