Magdeburg l Sabrina Behrendt ging Mittwochabend mit ihrem Dackelmix "Elvis" auf der Hundewiese "Am Fuchsberg" Gassi. "Da war alles in Ordnung. Elvis war putzmunter", sagt sie unter Tränen. Weil das Wetter schlecht war, sei sie nur kurz mit dem Hund vor die Tür gegangen. "Sonst haben wir immer lange Spaziergänge gemacht", sagt die 32-jährige Magdeburgerin. "Elvis war so neugierig und hat immer überall rumgeschnüffelt", erinnert sie sich.

Dann der Schock: Donnerstagmorgen fand Sabrina Behrendt ihren Hund neben seinem eigenen Erbrochenen im Wohnzimmer. "In den Essensresten habe ich mehrere abgebrochene Rasierklingen-Stückchen gefunden", schildert sie. Sofort habe sie "Elvis" eingesackt und sei in die Tierklinik an der Ebendorfer Straße gefahren - Notaufnahme und Röntgenbilder.

Darauf erkannten die Ärzte im Magen und im Darm des Dackels weitere Teile einer Rasierklinge. Das eineinhalb Jahre alte Tier litt bereits unter inneren Blutungen. "Elvis musste eingeschläfert werden. Er sollte nicht weiter leiden. Wer macht so etwas", fragt Sabrina Behrendt fassungslos. Noch am Donnerstag erstattete Behrendt bei der Polizei Anzeige. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz aufgenommen.

Sollte je ein Täter gefasst werden, könnten nach § 17 des Tierschutzgesetzes bis zu drei Jahre Haft oder eine hohe Geldstrafe drohen. "Das ist der erste bei der Polizei bekannte Vorfall dieser Art im Raum Magdeburg", sagt Polizeisprecher Mike von Hoff. Ein ähnlicher Vorfall sorgte am Montag in Osterwieck (Harz) für Aufsehen. Dort hatten Unbekannte Fleischbällchen mit Rasierklingen ausgelegt. Zwei Hunde überlebten schwerverletzt.

Hundebesitzerin Sabrina Behrendt hat gemeinsam mit Freunden die Hundewiese "Am Fuchsberg" abgesucht. "Wir haben aber leider nichts gefunden", sagt sie. Auf ihrer Facebook-Seite hat die Magdeburgerin den Vorfall veröffentlicht. Zusätzlich will sie in der Nähe der Hundewiese noch Aushänge machen. "Ich möchte nicht, dass anderen Hundebesitzern etwas Ähnliches passiert", sagt sie.

Hinweise von Zeugen zum Tatgeschehen bitte an die Polizei unter 0391/546 1740.

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