Magdeburg l Er ist überall anzutreffen, fällt aber nicht weiter auf: Otto-Normal-Magdeburger. Meistens hat er Abitur, lebt in einer Zweierbeziehung oder allein und in einem Haushalt, in dem es nur selten Kinder unter 18 Jahren gibt. Der größere Teil der Magdeburger "Normalos" ist unter 55 Jahre alt und denkt nicht daran, in den kommenden drei Jahren ein Kind zu bekommen. Und es gibt etwas mehr Ottilies als Ottos in Magdeburg.

Natürlich existiert der Otto-Normal-Magdeburger nicht wirklich, er (und sie) ist ein statistisches Wesen - und darum für die Stadtplaner besonders interessant. Seit 2012 werden jährlich rund 1200 Magdeburger im Rahmen einer sogenannten "sozio-ökonomischen Umfrage" nach ihren Lebensverhältnissen befragt. Die Ergebnisse werden dann in einer Broschüre (Magdeburg-Panel) zusammengefasst. So wurde festgestellt, dass 64,76 Prozent der Befragten ein Abitur bestanden haben, 25,63 Prozent über einen Realschul- und 6,99 Prozent über einen Hauptschulabschluss verfügen. 46,28 Prozent haben einen Hochschulabschluss (akademischen Titel), 34,56 Prozent eine Lehre (betriebliche Ausbildung) absolviert, 2,24 Prozent dagegen verfügen über keinen beruflichen Ausbildungsabschluss.

Etwas mehr als die Hälfte (54,55 Prozent) der Magdeburger und Magdeburgerinnen leben in einer Ehe oder Partnerschaft, 29,98 Prozent sind ledig, 11,22 Prozent geschieden und 4,26 Prozent verwitwet. Daraus kann geschlossen werden, dass rund die Hälfte aller Haushalte in Magdeburg Single-Haushalte sind. Die Geschlechter halten sich nicht ganz die Waage, es gibt mehr Frauen als Männer. Das Verhältnis ist 54,77 Prozent zu 45,23 Prozent.

Die ermittelte Altersstruktur lässt aufhorchen! Von einer Überalterung kann zurzeit nicht die Rede sein, denn rund 61 Prozent der Einwohner sind unter 55 Jahre alt. Mit 21,9 Prozent ist die Altergruppe zwischen 25 und 34 Jahren sogar die größte. Das wird sich in den kommenden Jahren dramatisch verändern, denn: Gegenwärtig leben in 80,24 Prozent der Magdeburger Haushalte keine Kinder unter 18 Jahren. Das heißt, langfristig rücken - statistisch gesehen - keine Altersgruppen nach, der Altersdurchschnitt wird sich also deutlich nach hinten verschieben.