Magdeburg (dpa/cm) | An der Uniklinik Magdeburg hat sich die finanzielle Situation weiter verschlechtert. Nach vorläufiger Berechnung lag das Minus im vergangenen Jahr bei 6,3 Millionen Euro, wie der ärztliche Direktor der Klinik, Jan Hülsemann sagte. Für dieses Jahr erwarte das Krankenhaus ein Defizit von 10,5 Millionen Euro. "Da kommt einiges auf uns zu. 2015 wird unser schlechtestes Jahr", so Hülsemann.

"Es gab im vergangenen Jahr Tarif- und Kostensteigerungen, außerdem haben wir deutlich mehr Leistungen erbracht", sagte Hülsemann der Volksstimme. Neue Verfahren, wie sie in der Herzchirurgie eingeführt wurden, sorgten für steigende Kosten. Ein weiteres Problemkind sei die Ambulanz, wo 20.000 Fälle pro Jahr nicht vergütet würden.

Auch die Uniklinik Halle kämpft mit roten Zahlen. Deren Defizit hat sich nach vorläufigen Angaben aus dem Wirtschaftsplan 2014 aber auf rund 7,7 Millionen Euro verringert. Für dieses Jahr werde ein weiterer Rückgang erwartet.

Für Patienten in Magdeburg ändere sich durch das Defizit nichts, betonte Jan Hülsemann. Bei geplanten Eingriffen könne es wegen der hohen Auslastung einzelner Kliniken jedoch zu Wartezeiten kommen. Hülsemann sieht durch das Defizit in diesem Jahr eine gute Ausgangslage für die Budgetverhandlungen mit den Krankenkassen.

Zwei Drittel der 33 Universitätskliniken schreiben nach Angaben der Aachener Uniklinik vom November rote Zahlen. Das Defizit habe sich 2013 auf gut 160 Millionen Euro summiert. Der Verband der Universitätsklinika nannte als Hauptgründe steigende Kosten für Personal, Medikamente und Energie, sinkende Zuschüsse der Länder für Investitionen in Gebäude und Geräte sowie die besondere Ausstattung der Kliniken.