Magdeburg l In die Jahre gekommen und reichlich marode ist die Anna-Ebert-Brücke über die Alte Elbe. Die Verlängerung der Strombrücke ins Ostelbische ist in einem schlechten Zustand, das wird ihr auch von Brückenprüfern immer wieder attestiert.

Ampel ist Voraussetzung für das Begegnungsverbot

Wie in der Volksstimme berichtet, arbeiten die Stadtverwaltung und die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) intensiv an einer Lösung, um den Elbübergang an dieser Stelle zu entlasten. Jetzt liegen die ersten Ergebnisse dieser Gespräche vor. Im Einzelnen geht es jetzt um die Vermeidung des Begegnungsverkehres von Straßenbahnen auf dem in die Jahre gekommenen Bauwerk.

Da die zwischen MVB, dem Stadtplanungsamt und der Genehmigungsbehörde diskutierten Maßnahmen aus Sicht der Bauwerksprüfer und des Tiefbauamts drängen, bereiten die MVB bereits eine sogenannte Fahrsignalanlage vor.

Dabei handelt es sich um Ampeln auf jeder Seite der Brücke, die verhindern sollen, dass sich zwei Straßenbahnen gleichzeitig auf der Brücke befinden, zum Beispiel im Begegnungsverkehr. Eine technische Unterstützung muss eingerichtet werden, da zwischen dem Ost- und Westufer der Alten Elbe aufgrund der schlechten Sichtbeziehung für die Straßenbahnfahrer entgegenkommende Bahnen nur schwer erkannt werden können. Ohne die Fahrsignalanlage wäre ein Begegnungsverbot nicht umsetzbar.

Bis dieses Verbot funktioniert, plant das Team "Ersatzneubau Strombrückenzug" unter Leitung des Tiefbauamtes in Zusammenarbeit mit den MVB kurzfristige Entlastungen. Dazu gehört die erneute Profilierung der Schienenoberfläche. Damit gemeint ist das Abschleifen der Schienen, was die Reibung und damit die Schwingungen auf der Brücke vermindert. "Eine homogene Kontaktfläche zwischen Rad und Schiene leitet die Lasten gleichmäßig und gleichbleibend in die Unterbauten ein. Folglich wird die dynamische Belastung auf das Bauwerk minimiert sowie das Fortschreiten der Schädigungen reduziert", heißt es in einem Papier aus der Stadtverwaltung.

Zudem sollen auf dem Bauwerk Infrarotbaken installiert werden. Diese ermöglichen eine Überquerung des Bauwerkes durch die Straßenbahn mit exakt gleichbleibender Geschwindigkeit. Das funktioniert ähnlich wie der Tempomat im Auto. Die manuelle Einhaltung einer konstanten Geschwindigkeit auf der Langsamfahrstrecke sei bei Fahrten auf Steigungen in der Praxis kaum machbar.

Es geht nicht nur um die Entlastung

Stadtverwaltung wie MVB arbeiten derweil nicht nur an Antworten auf die Frage, wie das Bauwerk selbst entlastet werden kann, sondern wie sowohl Arbeiten an der Brücke als auch die Regelung für die Bahnen möglichst wenig den Verkehr und den Komfort für die Fahrgäste beeinträchtigen. Die Anna-Ebert-Brücke als Fortsetzung der Strombrücke stelle eine wichtige Verkehrsverbindung dar, welche in ihrer Gesamtheit zu betrachten sei.

Für Straßenbahnen gilt auf der Brücke eine Höchstgeschwindigkeit von zehn, für Autos von 30 Stundenkilometern. Die Einhaltung dieser Regelung ist in den vergangenen Wochen mehrfach kontrolliert worden.